Sport/Fußball

Lust auf mehr bei der Premiere von St. Pölten in der Eliteliga

"Es hätte schlimmer kommen können", lautet die erste Reaktion auf die historische Auslosung. Erstmals spielt ein Frauen-Team aus Österreich in der Gruppenphase der Champions League mit. Celia Liese Brancao-Ribeiro, genannt Liese, ergänzt: „Mit diesen Gegnern sehe ich drei Teams im Kampf um den zweiten Platz hinter Wolfsburg.“ Die brasilianische SKN-Trainerin will also mehr.

Mehr als die 400.000 Euro Fixum von der UEFA für den Aufstieg gegen Kuopio, im besten Fall sogar den Aufstieg in das Viertelfinale.

Als der SKN aus Topf 3 an der Reihe war, gab es zwei mögliche Gruppen. Eine mit den Traumlosen Barcelona und Bayern sowie Gruppe B, die es geworden ist.

Duell mit Teamkapitänin

Immerhin erfüllte sich die Hoffnung von SKN-Obmann Wilfried Schmaus auf überschaubare Reisekosten. Beim Duell mit dem Kooperationspartner Wolfsburg wird Sponsor VW helfen können, nach Prag zur Slavia geht es mit dem Bus. Glamour kommt aus Topf 4: AS Roma mit ÖFB-Teamkapitänin Carina Wenninger sollte so wie die Pragerinnen in Reichweite sein.

„Ich sehe Slavia auf Augenhöhe. Und Rom ist immer eine Reise wert“, sagt die Schweizer Offensivspielerin Isabelle Meyer.

Im Wolfsrudel

Gegen Wolfsburg wie auch Roma hat St. Pölten noch nie gespielt, gegen Slavia gab es mehrere knappe Testspiele. Der deutsche Meister, der 2013 und 2014 die Champions League gewann, wird – so wie die St. Pöltnerinnen – „Wölfinnen“ genannt. SKN-Videoanalyst Gerhard Waldhart ist im Rahmen der Kooperation nach Norddeutschland übersiedelt.

„Gegen Wolfsburg wäre jeder Punkt ein Wunder, Roma ist leichter Favorit und gegen Slavia ist alles möglich“, meint Liese in der ersten Hochrechnung.

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Gespielt werden die sechs Runde noch vor Weihnachten. Deswegen geht es nach dem Start am 20. Oktober in Wolfsburg eine Woche später mit einem Heimspiel gegen Roma weiter. Am 22. Dezember (Heimspiel gegen Wolfsburg) ist klar, welche beiden Teams ins Viertelfinale aufsteigen werden.

Neu für den SKN ist auch die Belastung in drei Bewerben. Direkt vor dem Auftakt in der Traumliga wartet in der Bundesliga Titelkonkurrent Sturm. „Wir werden gegen Sturm nicht rotieren. Die Meisterschaft bleibt unser wichtigster Bewerb“, betont Liese.

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Wie ist es zur Übernahme des bei den Herren erfolgreichen Formats gekommen? Als Geburtsstunde gilt der 23. Mai 2000 durch den nötigen Beschluss des UEFA-Exekutivkomitees; 2009 wurde der „Women’s Cup“ zur Champions League; seit 2021 gibt es die Gruppenphase mit den 16 besten Teams. Die Prämien steigen, sind aber noch meilenweit von den Summen bei den Herren entfernt.

Dafür dürfen die eigenen Sponsoren in der NV-Arena sichtbar bleiben. Der ORF entscheidet selbst, ob die Frauen wie bei der EM den Sprung von Sport+ auf ORF 1 schaffen.

Noch sechs Kickerinnen

Die weiteren Österreicherinnen sind auf die drei anderen Gruppen verteilt: Teamverteidigerin Georgieva von Paris SG wurde in Gruppe A gegen Chelsea, Real Madrid und Underdog Vllaznia aus Albanien gezogen. Torfrau Manuel Zinsberger und Verteidigerin Wienroither spielen mit Arsenal gegen Lyon, Juventus und den FC Zürich mit den ÖFB-Legionärinnen Höbinger und Pinther.

Bayern-Spielmacherin Zadrazil ist in einer starken Gruppe mit Barcelona, den Schwedinnen von Rosengard und Benfica Lissabon gefordert.