Eine Million Euro für Pereira ist der Scala zu viel

Bei der Chefsuche für die Mailänder Scala scheint Salzburg-Intendant Pereira ins Hintertreffen zu geraten.
Ein älterer Mann hält seine Hände vor sein Gesicht.

Seit Monaten wird über die Nachfolge von Stéphane Lissner als Intendant der Mailänder Scala ab 2015 diskutiert. Bei allen Spekulationen wurde der Name des Salzburger Festspielchefs Alexander Pereira genannt, der mit seinem Kuratorium im Dauerstreit liegt. Auch zu Beginn dieser Woche hatte es wieder geheißen, Pereira zähle zu den Favoriten.

Fünf Mal höhere Summe

Nun scheint Pereira aber doch ins Hintertreffen geraten zu sein. Laut der Tageszeitung La Stampa sei die Gehaltsforderung des 65-jährigen Wieners für das Mailänder Opernhaus zu hoch. Pereira habe mehr als das Gehalt verlangt, das Lissner derzeit in Mailand bezieht, berichtete das Blatt. „Eine Million Euro pro Jahr erscheint als unannehmbare Summe, sie ist bis zu fünf Mal höher als das Durchschnittsgehalt der anderen Intendanten“, kommentierte die Zeitung. Die Scala, die im vergangenen Jahr Verluste von 4,5 Millionen Euro meldete, muss zurzeit auf Sparkurs fahren. Für die Saison 2013/’14 wurden bereits 20 Aufführungen gestrichen.

Der Scala-Aufsichtsrat unter der Leitung des Mailänder Bürgermeisters Giuliano Pisapia plant eine öffentliche Ausschreibung für die Intendanz. Aus allen Bewerbungen soll eine Shortlist erstellt werden. Das letzte Wort hat der Aufsichtsrat, der jedoch auch jemanden, der sich nicht beworben hat, wählen kann. Bis Juli soll der neue Scala-Chef (und auch der künftige Musikdirektor) feststehen. Lissner leitet ab 2015 die Pariser Oper, bestehend aus dem Palais Garnier und der Bastille-Oper.

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