Chronik/Niederösterreich

So haben die Gemeinden in Niederösterreich gewählt

Insgesamt 1.459.044 Bürgerinnen und Bürger durften am Sonntag über ihre Ortsparlamente abstimmen. Nicht gewählt wurde lediglich in StockerauWolkersdorf und Pillichsdorf, weil hier bereits im Vorjahr vorgezogene Wahlen stattgefunden haben. Nicht gewählt wurde auch in St. Pölten, Krems und Waidhofen an der Ybbs, weil diese als Statutarstädte gesonderte Wahltermine haben.

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Die überraschendsten Ergebnisse 

Wiener Neustadt und Amstetten sind als rote Hochburgen gefallen, die ÖVP konnte die Mehrheit holen, die SPÖ verlor stark.

In Bad Großpertholz (Bezirk Gmünd) hat die ÖVP mit Bürgermeisterin Martina Sitz die Absolute verloren. Das Minus von 23,9 Prozentpunkten bedeutet für die Türkisen im Kurort einen Verlust von mehr als einem Drittel der Stimmen. Als Wahlsieger im Ort kann wohl die Liste „Pertholz Aktiv“ um Hermann Hahn jun. bezeichnet werden. Die FPÖ-Nahen kommen durch ein  Plus von 19,5 Prozent auf 28,6 Prozent.

Auch der Ex-Chef des freiheitlichen Klubs im niederösterreichischen Landtag, Martin Huber, erzielte in Blindenmarkt (Bezirk Melk) einen Erfolg: 23,14 Prozent oder fünf Mandate schaffte Huber. Die ÖVP legte um 10,73 Prozentpunkte auf 59,31 Prozent zu und hält mit nunmehr 13 Abgeordneten weiter die absolute Mandatsmehrheit. Die FPÖ trat in der ehemaligen Hochburg nicht an.  Alle sieben bisherigen FPÖ-Abgeordneten waren zur Liste Hubers übergetreten. 2015 hatte die FPÖ in Blindenmarkt mit 32,95 Prozent das zweitbeste Bundesland-Ergebnis erreicht.

Bürgermeister Harald Richter verliert in Lichtenwörth (Bezirk Wiener Neustadt-Land) ebenfalls die Absolute: Die SPÖ muss ein Minus von 8,50 Prozent einstecken und kommt auf 46,89 Prozent.

Gewinner und Verlierer 

Thomas Ram konnte als Bürgermeister von Fischamend (Bezirk Bruck an der Leitha) seine Absolute hingegen weiter ausbauen: Er holte 75,07 Prozent im Vergleich zu 68,79 Prozent bei der letzten Wahl 2015. Damit bekommt die ÖVP-nahe Liste „Ram: Gemeinsam für Fischamend“ ein zusätzliches Mandat im Gemeinderat. Die KPÖ stieß die SPÖ mit einem Ergebnis von 12,45 Prozent und nun drei Mandaten vom zweiten Platz.

Eine Neuwahl bleibt den Wählern in Groß-Schweinbarth (Bezirk Gänserndorf) erspart. Dort trat dieses Jahr nur noch eine Kandidatin auf der Liste der SPÖ an, obwohl die SPÖ zuvor neun Mandate stellte.  Diesmal gehen vier Mandate an die SPÖ, Sandra Groiß, die einzige Kandidatin, ist damit ganz alleine in der Opposition zur ÖVP. Drei Gemeinderatssitze bleiben also unbesetzt, der Gemeinderat ist dennoch beschlussfähig.

In Vösendorf (Bezirk Mödling) könnten die Karten nun neu gemischt werden. SPÖ-Bürgermeisterin Andrea Stipkovits fuhr mit ihrer Partei ein Minus von 5,58 Prozent ein. Die ÖVP-nahe Liste Miteinander Vösendorf unter Gemeinderat Hannes Koza legte hingegen um 13,51 zu. Damit liegen SPÖ mit 38,43 Prozent der Stimmen und ÖVP mit 38,18 Prozent der Stimmen und jeweils 12 Mandaten fast gleichauf.