Versorgung bei chronischem Schmerz wird schlechter

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Experten fordern mehr Ambulanzen und Kassen-Rheumatologen.

Akute und chronische Schmerzen sind die Volkskrankheiten des 21. Jahrhunderts. Unter den "top ten" liegen in Österreich laut der aktuellen Gesundheitsbefragung der Statistik Austria chronische Kreuz- und Rückenschmerzen (ca. 25Prozent der Bevölkerung), Schmerzen von Nacken und Halswirbelsäule (19 Prozent) sowie Arthrosen (8 Prozent der Frauen, 23 Prozent der Männer). Jahre- und jahrzehntelang Gelenksschmerzen betreffen in Österreich rund 2 Millionen Menschen - etwa ein Viertel der Bevölkerung.

Bei adäquater Behandlung wären chronische Schmerzen mittlerweile gut in den Griff zu bekommen. Wolfgang Jaksch, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft betont die "tollen Weiterentwicklungen in der Schmerzmedizin". Allerdings beklagt er anlässlich der derzeit laufenden Österreichischen Schmerzwochen "massive Defizite". Vor allem die Reduktion von Schmerzambulanzen und anderer entsprechener Einrichtungen sei ein Rückschritt. "Die Politik hat die Verantwortung, die Möglichkeiten zu schaffen."

Versorgungsengpässe verzögern Behandlung

Fehlende Versorgung kann sogar die Behandlung verzögern, warnt Ex-Gesundheitsminister Michael Ausserwinkler, der in Kärnten als Rheumatologe tätig ist. Bei chronischer Polyarthritis sollte die Diagnose binnen sechs bis acht Wochen nach Beginn der Erkrankung gestellt sein. Neben dem Besuch bei einem spezialisierten Rheumatologen sind dafür oft auch Magnetresonanz-Untersuchungen nötig. Doch in beiden Fällen herrschen lange Wartezeiten für Kassenpatienten, die den Start einer adäquaten Therapie verzögern. Ausserwinkler: "In Österreich gibt es wohl 130 Rheumatologen, aber nur 20 haben einen Kassenvertrag."

Multimodale Schmerztherapie hat sich bewährt

Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die chronischen Schmerzpatienten auch wieder in den Arbeitsprogress integrierbar. Am Klinikum Klagenfurt bewährte sich etwa ein multimodales Schmerzzentrum, das als Tagesklinik geführt wird. "Leider kommen viele Patienten oft viel zu spät zu uns", sagt Leiter Rudolf Likar.

(Kurier/APA / iteu) Erstellt am
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