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McConaughey wird Professor an der Uni of Texas
Matthew McConaughey hält ab Oktober eine Vorlesung an der University of Texas, Angelina Jolie lehrt an der London School of Economics und der ehemalige Bundespräsident Heinz Fischer an der Universität Innsbruck. Was bringen berühmte Professoren den Hochschulen?

Er war schon Astronaut, Stripper und Cowboy, ab Oktober spielt Oscar-Preisträger Matthew McConaughey aber seine wohl anspruchsvollste Rolle: Gast-Professor an der University of Texas in Austin, USA. 30 Studierende der Filmklasse sollen durch ihn und Co-Professor Regisseur Gary Ross ins Film-Business schnuppern. Die Gage ist nicht mit seinem bisherigen Honorar vergleichbar: Er macht es pro bono, heißt es auf KURIER-Anfrage.

Aber McConaughey ist nicht der einzige Promi, der Glamour auf den Campus bringt. Oscar-Preisträgerin und UNHCR-Botschafterin Angelina Jolie erklärt in einem Masterstudiengang an der London School of Economics ab Herbst, welche Auswirkung Krieg auf Frauen hat. Auch in Österreich mögen Promis die Unis: Die Designer Vivienne Westwood und Karl Lagerfeld unterrichteten schon an der Uni für angewandte Kunst in Wien, Oscar-Preisträger Michael Haneke gibt sein Regie-Wissen seit Jahren an Studierende der Wiener Filmakademie weiter. Neuester Star-Zugang unter den Profs: Österreichs ehemaliger Bundespräsident Heinz Fischer. Am 12. Oktober startet seine Gast-Vorlesung "Die Geschichte und Demokratie-Entwicklung der Zweiten Republik" an der Uni Innsbruck.

Gut für die Uni

Prominente Gast-Professoren bringen Glanz in die ehrwürdigen Instituts-Gemäuer. Sie lassen auch die faulsten Studierenden pünktlich aufstehen und auch bis zum Vorlesungsende bleiben. Die Unis schätzen ihre berühmten Gesichter. Da ihre Aufgabe die Wissensweitergabe ist, helfe es, "wenn unsere Wissenschaftler in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und die im Rahmen solcher Gastprofessuren ebenfalls angebotenen öffentlichen Vorträge beim Publikum auf reges Interesse stoßen", sagt Uni-Innsbruck-Rektor Tilmann Märk. Fischer gastiert im Rahmen des Programms "Politicians in Residence", das mit einem Honorar vergütet wird. "Die Reaktionen auf sein Kommen sind überaus positiv. Es gibt Interesse von Studierenden aus sehr unterschiedlichen Fächern", so der Rektor.

Gut für die Studierenden

Eine dieser Studierenden ist Lisa Pichler. Sie studiert Deutsch und Geografie, die Vorlesung von Fischer passt eigentlich nicht in ihr Curriculum. Trotzdem will sie sie besuchen. "Es interessiert mich, was ein ehemaliger Bundespräsident denkt, wie er fernab von Medien und Hofburg ist und was er uns mitgeben will."

Berühmte Namen an Unis würden für breites Interesse sorgen, auch Fach- oder Universitätsfremde anziehen, findet Pichler. Engagiert eine Uni Superstars wie Jolie oder McConaughey, sei das eine sehr kluge Strategie, um im War for Talents der englischsprachigen Unis herauszustechen. "Diese Profs übernehmen aber meist nur eine Gastprofessur, sind über kurz oder lang wieder weg." Tatsächlich will auch Co-Prof McConaughey "mindestens einmal auch persönlich auf den Campus kommen", verkündete die Uni – und ist stolz darauf. Dass Unis angehende Studis also durch prominentes Namedropping bezirzen? Das allein wird nicht reichen, findet Pichler: "Eine Lehrveranstaltung kann man schon nach Prof wählen, ein ganzes Studium eher nicht."

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