Letztes Update am 24.08.2012, 07:13
Die reichsten Länder im Jahr 2050.
Österreich ist derzeit das achtreichste Land der Welt – bis 2050 wird sich die Liste laut dem Wealth Report 2012 aber gravierend ändern. Ein Blick in die wirtschaftliche Zukunft.
Springen wir 38 Jahre in die Zukunft: Wie wird sich die Weltwirtschaft bis ins Jahr 2050 entwickeln? Diese Frage haben sich die Citi Private Bank und der Vermögensverwalter Knight Frank gestellt. Ihren Berechnungen zufolge wird es diverse Verschiebungen in der Liste der "superreichen" Länder geben – basierend auf den BIP-pro-Kopf-Daten der jeweiligen Staaten haben die Finanzexperten die Top Ten zusammengestellt. Hier ein Überblick über die reichsten Länder der Gegenwart – und über jene der Zukunft.
Platz Nummer zehn geht an Österreich: 90.185 US-Dollar wird in ferner Zukunft das Pro-Kopf-BIP der Österreicher betragen – damit ist es zwar deutlich höher als jetzt (39.073 US-Dollar ist der Vergleichswert aus dem Jahr 2010), verhindert aber dennoch nicht den Abstieg – in der aktuell geltenden Superreichen-Liste liegt das Land der Berge nämlich noch auf Platz acht.
Derzeit belegen übrigens die Schweden den zehnten Rang. Die Skandinavier befinden sich allerdings laut den Ökonomen wirtschaftlich gesehen am absteigenden Ast: Ihr Wirtschaftswachstum wird durchschnittlich mit 1,9 Prozent pro Jahr angegeben – berechnet auf die kommenden 38 Jahre. Das Resultat: 2050 ist Schweden nicht mehr in der Liste der reichsten Länder der Welt zu finden.
Der neunte Rang geht an die Schweiz: Die Eidgenossen können sich auch 2050 zu den reichsten Ländern dieser Erde zählen, geht es nach der Erhebung – dort wird das Pro-Kopf-BIP im Jahr 2050 mit 90.956 US-Dollar angegeben. Für die Schweizer allerdings ein deutlicher Abstieg: Derzeit liegen sie mit 42.470 Dollar an fünfter Stelle.
Auch der achte Platz geht an ein westeuropäisches Land – an Großbritannien. Die Briten sind damit aber auch schon die Titelverteidiger aus dem europäischen Raum: Die Insel ist 2050 mit einer Pro-Kopf-BIP von 91. 130 Dollar die wohlhabendste Ökonomie des Kontinents. Derzeit ist Großbritannien übrigens gar nicht in den Top Ten zu finden.
Rang Nummer sieben haben die Kanadier ergattert – und sind damit in der Liste, ebenso wie die Briten, weiter nach vorn gewandert: 2010 noch auf Platz neun zu finden, haben sich die nördlichen Nachbarn der US-Amerikaner mit einem Wert von 96.375 Dollar nach vorne arbeiten können.
Derzeit befindet sich Australien an siebter Stelle – Down Under hat laut der Prognose aber auch eine wirtschaftlich nicht so rosige Zukunft vor sich: Bis 2050 fliegen die Australier aus den Top Ten der Superreichen.
Auf dem folgenden Platz zeigt sich dann die Verschiebung der ökonomischen Kräfte ganz deutlich: Saudi Arabien wird 2050 mit einem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt von 98.311 US-Dollar das sechstreichste Land der Erde sein – derzeit ist die Monarchie, trotz ihres Ölreichtums, nicht auf den vorderen Rängen zu finden.
Gänzlich aus den Top Ten fliegen dafür die Niederlande, deren jetzige sechste Stelle 2050 von den Arabern eingenommen wird. Ihr Wirtschaftswachstum schwächelt bis dahin – durchschnittlich rechnen die Finanzexperten "nur" mit einem jährlichen Plus von 1,7 Prozent.
Platz Nummer fünf geht an die Weltmacht USA: Die US-Amerikaner können sich zwar binnen der kommenden 38 Jahre laut Prognose nicht ganz wie gewünscht behaupten, dennoch rutschen sie – im Vergleich zu jetzt – nur zwei Listenplätze nach unten. Derzeit beträgt das Pro-Kopf-BIP der USA 45.511 Dollar, 2050 wird es auf 100.802 Dollar anwachsen.
Ortswechsel Richtung Asien: 2050 wird Südkorea die vierte Stelle der Liste belegen – derzeit findet sich die Halbinsel nicht mal in den bestgereihten Zehn. Binnen der kommenden Jahrzehnte wird der 50-Millionen-Einwohner-Staat zwar bei der Bevölkerungsdichte abnehmen, aber enorm an Wirtschaftskraft zulegen; 107.752 US-Dollar erwirtschaftet dann jeder Bürger.
Einen Platz weiter vorne, geographisch nicht allzu weit entfernt: Auf Platz drei liegt Taiwan, auch Republik China auf Taiwan genannt. Ob sich der Konflikt mit der chinesischen Führung bis zum Jahr 2050 legt – die Taiwanesen bemühen sich ja um Souveränität, die Chinesen betrachten sie als abtrünnig – ist fraglich. Fest steht aber laut Wirtschaftsprognose der wirtschaftliche Aufstieg der Insel – die Wirtschaftskraft pro Kopf beträgt 2050 nämlich ganze 114.093 US-Dollar.
Einen Sprung weiter, aufs chinesische Festland, und schon ist man auf Platz zwei der Superreichen: in Hong Kong. In der aktuellen Liste noch auf dem vierten Rang zu finden, wird das BIP der chinesischen Sonderverwaltungszone Mitte des Jahrhunderts mit 116.639 Dollar ausgewiesen. Damit ist der Wert im Vergleich zu jetzt um mehr als 100 Prozent gestiegen.
Derzeit befindet sich Norwegen auf Platz zwei – doch die Skandinavier werden, laut der Prognose, bis 2050 enorm an Wirtschaftskraft verlieren. Ein Platz in den Top Ten ist ihnen dann nicht mehr zugedacht; die Begründung ist recht simpel: Die Ölreserven Oslos werden bis dahin aufgebraucht sein.
Der reichste Staat von heute ist auch der reichste Staat von morgen: Singapur kann über die kommenden Jahrzehnte seine Spitzenposition verteidigen. Sein Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt kann der Stadtstaat mehr als verdoppeln; es steigt von 56.532 Dollar auf 137.710 an.
Wer Interesse an weiteren Ergebnissen hat: Die gesamte Studie zum Download findet man hier.
(kurier)
Erstellt am 23.08.2012, 18:30