Souveräne Austria schoss sich für Zagreb ein

Kopie von FUSSBALL TIPP3-BUNDESLIGA: FK AUSTRIA WIEN - SC WI
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER Torschützen unter sich: Philipp Hosiner (li.) und Tomas Jun.

Die Wiener kombinierten schön und schlugen schwache Wiener Neustädter mit 5:0.

Wenn die Austria schon den Verteilerkreis vor der Haustüre hat, dann muss es doch irgendwann wieder rund laufen beim regierenden Meister. Samstag war es soweit – weil Wiener Neustadt der richtige Gegner zur richtigen Zeit war.

Trainer Nenad Bjelica hatte in der vergangenen Woche einen schärferen Ton angeschlagen, ein Training am Donnerstag unterbrochen und am Freitag der Mannschaft nochmals seine Meinung gegeigt. Ein Weckruf sollte es sein so knapp vor dem Hinspiel im Play-off der Champions League am Mittwoch in Zagreb. Er wurde erhört.

Die Wiener begannen hellwach und versuchten, sich in die Selbstverständlichkeit der vergangenen Saison zu kombinieren. Nach nur sieben Minuten wurden die Bemühungen belohnt: Gorgon zirkelte einen Freistoß zum 1:0 ins Eck.

Plötzlich lief der Ball in den eigenen Reihen, und die Wiener Neustädter liefen hinterher. Aber nur für zehn Minuten, dann schlichen sie sich wieder ins Spiel, die Flüchtigkeitsfehler. Ein schlechtes Zuspiel hier, ein Missverständnis dort, ein falscher Laufweg da. Das weckte in den Gästen kurz die Offensivgeister, Fröschl fand eine gute Möglichkeit vor (13.).

Die Austria ließ aber nicht locker, wollte Rhythmus und Leichtigkeit erzwingen. Und wurde abermals belohnt: Tomas Jun setzte sich gegen vier Gegner durch und schupfte den Ball elegant über Goalie Siebenhandl zum 2:0. Die Fans dankten es ihm, wohlwissend, dass das Spiel der Veilchen einen Jun in Hochform dringend benötigt.

Seiner Normalform näherte sich auch Torjäger Hosiner, der einige Chancen vorfand, eine auch verwertete, dabei allerdings im Abseits stand. Einerlei, es gelang ihm in Folge ein Doppelpack. „Dieses Erfolgserlebnis haben wir gebraucht., auch Stankovic traf schon wieder. Die Austrianer konnten sich immer wieder mit schönen Spielzügen in einen Spielrausch begeben, ungeachtet dessen, dass der Gegner wenig Widerstand leistete.

Mittwoch-Gegner Dinamo Zagreb gewann am Samstag das Derby gegen Lok 2:1.

Die Admira hat Rapid am Sonntag kalt erwischt. Ein Traum-Tor von Domoraud sorgte für die Führung, Schicker vollendete in der Nachspielzeit zum 2:0-Endstand. Rechtzeitig vor dem Hinspiel im Play-off zur Champions League gegen Dinamo Zagreb hat die Austria ein klares Signal gesendet. Vor eigenem Publikum fertigte der Titelverteidiger Nachzügler Wiener Neustadt mit 5:0. Gorgon machte mit seinem Freistoß-Tor den Anfang. Tomas Jun (re.) erhöhte nach einer schönen Einzelaktion auf 2:0. Nach mehreren vergebenen Chancen platzte 20 Minuten vor Schluss auch bei Torjäger Hosiner der Knoten. Nur fünf Minuten später legte er das 4:0 durch Stankovic mustergültig auf und besorgte Sekunden vor dem Schlusspfiff den Endstand. Dinamo Zagreb kann sich warm anziehen. Aufsteiger Grödig kletterte nach dem Sieg über den WAC auf den 2. Tabellenplatz. Die Salzburger führten bereits mit 3:0, nach einer Roten Karte gegen Grödig-Verteidiger Taboga kamen die Kärntner aber noch bis auf 4:3 heran. In der turbulenten Schlussphase warf der WAC zwar noch einmal alles nach vorne, der Aufsteiger brachte den verdienten Sieg aber über die Zeit. Sturm landete am Samstag einen gefühlten Sieg. Dabei fanden die verunsicherten Grazer gegen die dominanten Gäste zuerst überhaupt nicht ins Spiel. Mindestens fünf Möglichkeiten hatte der Vizemeister in der ersten Hälfte zu verzeichnen. Allein Mane (Mi.) scheiterte zweimal. Soriano brachte die Gäste aber dann doch in Führung. Sturm-Trainer Darko Milanic schien zunächst ratlos zu sein. Dann traf Sturms Neuzugang Beric aus dem Nichts zum Ausgleich. Die Partie war in Folge viel ausgeglichener, Salzburg benötigte Zeit, um sich vom überraschenden Gegentreffer zu erholen. Sturm war offensiver, im Finish aber meist zu umständlich. An dieser Stelle möchten wir auch Roman Wallner zu seinem 100. Bundesliga-Tor gratulieren. Über diesen konnte er sich nicht recht freuen, denn Innsbruck unterlag Ried daheim - auch weil der Stürmer einen Elfer vergeben hatte.
Ergebnis

Austria - Wr. Neustadt 5:0 (2:0)

Wien, Generali-Arena, 7.733, SR Eisner

Tore:
1:0 ( 7.) Gorgon (Freistoß)
2:0 (28.) Jun
3:0 (70.) Hosiner
4:0 (75.) Stankovic
5:0 (94.) Hosiner

Austria: Lindner - F. Koch, Rogulj, Ortlechner, Suttner - Holland - Gorgon (46. Royer), Mader, Stankovic (80. Okotie), Jun (76. A. Grünwald) - Hosiner

Wr. Neustadt: Siebenhandl - Mimm (61. Stangl), M. Wallner, Mally, Martschinko - Rauter, Hlinka - Pollhammer, Angeler (71. Dobras), Fröschl (85. Witteveen) - Pichlmann

Gelbe Karten: Suttner bzw. Fröschl, Martschinko, Mally, Dobras

Tabelle

Reaktionen

Bjelica: "Das war ein fast perfektes Spiel"

Nenad Bjelica (Trainer Austria): "Das war ein fast perfektes Spiel, die Mannschaft hat eine gute Antwort gegeben. Nach dem ersten Tor war es natürlich leichter für uns. Man hat gesehen, dass man mit Leichtigkeit im Kopf besser Fußball spielt. Wir haben unsere Fans begeistern können und uns mit Selbstvertrauen für Zagreb vollgetankt. Das war sehr wichtig. Aber ich bin nach Niederlagen nicht am Boden zerstört und nach Siegen auch nicht zu euphorisch."

Philipp Hosiner (Doppeltorschütze Austria) zu Toren: "Für mich war es nur eine Frage der Zeit. Ich war nicht verkrampft, habe immer weitergearbeitet und an mich geglaubt. Im Training ist es immer gut für mich gelaufen, jetzt hat es auch im Match geklappt."

Heimo Pfeifenberger (Trainer Wr. Neustadt): "Wir haben es der Austria nicht sehr schwer gemacht. Nach dem 0:1 hat es von uns nicht mehr viel Gegenwehr gegeben. Leider kassieren wir gegen die großen Mannschaften immer unsere 'Detschn'. Gegen diese Teams ist unser Zweikampfverhalten einfach viel zu wenig, wir agieren wie erstarrt. Den Vorwurf, dass im Training nicht Gas gegeben wird, lasse ich nicht gelten. Das ist nicht der Fall."

(kurier) Erstellt am
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