Liederlich

Karl Hohenlohe

Karl Hohenlohe

Man fragt sich sein ganzes langes Leben, was und ob sich der Künstler bei dieser Textzeile eigentlich irgendetwas gedacht hat.

von Karl Hohenlohe

über Songtexte

Dankenswerterweise ist die Welt voller Rätsel. Zu den größten Mysterien des Universums zählen die Einfälle mancher Musiker, und man fragt sich sein ganzes langes Leben, was und ob sich der Künstler bei dieser Textzeile eigentlich irgendetwas gedacht hat.

Ganze Generationen haben sich beispielsweise mit dem Hymnus American Pie des amerikanischen Liedermachers Don McLean auseinandergesetzt, ohne den Hintergrund dieser hintergründigen Botschaft endgültig zu enttarnen.

Das Originalmanuskript dieser Hymne wird übrigens nächste Woche bei Christie’s in New York versteigert, Schätzpreis des ewigen Rätsels: 1 bis 1,5 Millionen Euro. Auf weitere Interpretationen darf also gehofft werden.

Aber nicht nur Herr McLean hat unsere Fantasie gefordert, auch sein Musikerkollege Paul Simon tauchte uns mit der Textzeile Hello Darkness, my old Friend, die gerade in der Wiener Stadthalle zu hören war, in ein intellektuelles Dunkel.

Wird hier von der Hochzeitsreise eines Schattengewächses erzählt oder werden die Erinnerungen einer Fledermaus- falle ausgebreitet, Jahrzehnte konnte man nichts Konkretes dazu sagen.

Nun las ich, dass sich Herr Simon in jungen Jahren gerne ins Badezimmer zurückzog, um in absoluter Dunkelheit Gitarre zu üben, das Rätsel scheint also endgültig gelöst.

Dies kann man von American Pie wirklich nicht behaupten. Erfleht man bei Herrn McLean Aufklärung, was denn die kryptischen Textzeilen wirklich bedeuten, antwortet er eisern, "dass ich nie mehr arbeiten muss".

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