Star der Woche: Inna Modja

Star der Woche: Inna Modja
Was für eine Frau, was für eine Stimme – was für eine Überraschung: Mit "Motel Bamako" ist Ex-Model Inna Modja die World-CD des Jahres gelungen. Außerdem: Neue CDs von Dave Gahan, Anna von Hausswolff, Dobrek Bistro, Pretend Sweethearts. Und eine Diven-Playlist mit Jessie Ware, Sia, AlunaGeorge u.a.

Nach ihrem Sommer-Hit von 2011, dem flockig nichtssagenden „French Cancan“, lag ihr ganz Frankreich zu Füßen. INNA MODJA, geboren 1984 in Malis Hauptstadt Bamako, hatte eine richtig steile Karriere hingelegt. Von der Studentin aus Afrika zum viel gebuchten Model, dann zum hübschen Aufputz für Schmachtfetzen Jason Mraz und schließlich zum Original-French-Superstar, eigene Rolle in der beliebten französischen TV-Serie „Pendant Ce Temps“ inklusive.

Star der Woche: Inna Modja
Nicht schlecht für ein Mädchen mit sechs Geschwistern, aus einem der ärmsten Länder der Welt. Das hätte gut und lange so weitergehen können.

Aber ausgerechnet die von fundamentalistischen Invasoren hervorgerufene Krise in ihrer davor zumindest politisch stabilen Heimat brachte Inna zu einem radikalen Richtungswechsel. Sie suchte und fand ihre
Wurzeln, hielt sich mit Entschlossenheit daran fest. Auch an den musikalischen – immerhin hatte sie als Teenager mit dem großen Salif Keita und seiner Rail Band gejammt.

Star der Woche: Inna Modja
Inna Modja
Ihre CD „ Motel Bamako“ ist ein beeindruckendes Zeugnis dieser Wurzeln. Der westafrikanische Desert-Blues trifft auf elektronische Loops, Mandinke-Gitarren auf Hip-Hop – und alles groovt. Besonders stark: „Tombouctou Drums“, ihre heftig groovende Abrechnung mit dem Krieg, der Hip-Hop-Gospel „Water“, und ihre erschütternde Lampedusa-Hymne „Boat People“.
Star der Woche: Inna Modja
ELECTRONIC
THE MIRACULOUS
ANNA VONHAUSSWOLFF

Die schwedische Königin des epochalen Orgelsounds hat noch nie Musikhäppchen für zwischendurch gemacht. Das hat sich auch auf ihrer vierten CD nicht geändert. Was sich geändert hat: Alles, was sie bisher machte, macht sie jetzt besser. Ihr Breitwand-Songaufbau hat eine zwingendere Struktur, die Melodien („Evocation“) sind besser ausgearbeitet – und mit „Deliverance hat sie ein echtes Rockmonster geschaffen.
(City Slang)

Star der Woche: Inna Modja
WORLD
... FEATURING DAVID KRAKAUER
DOBREK BISTRO

Der polnisch-wienerische Akkordeonist Krzysztof Dobrek ist seit einem Jahrzehnt ein Fixstern am heimischen – und internationalen – World-Musik-Himmel. Mit Geiger Aliosha Biz und dem international besetzten „Bistro“ hat er eine phänomenale Band. Jetzt waren diese Kapazunder gemeinsam mit dem New Yorker Klezmer-Star David Krakauer im Studio. Und das Ergebnis ist zum Weinen schön („Aravá“) – oder fährt direkt ins Tanzbein („Las Incantadas“), ganz so, wie das Leben. (Dobremusic)

Star der Woche: Inna Modja
FOLK
BECOMING THE TENDER ANIMAL
PRETEND SWEETHEARTS

Folk aus Portland ist an sich schon ein Markenzeichen. Ein gutes, egal ob „Nu“ oder „Oldschool“. Die wunderbare Brianna Blackbird und ihr vorgeblicher Freund Drew de Man legen es prinzipiell eher klassisch an – und das hat schon auch seinen Reiz. Vor allem, weil Blackbirds Stimme den im Folk unvermeidlichen Schmerz eindringlich aber ohne jede Aufdringlichkeit transportiert – in den besten Momenten klingen die beiden sogar ein bisschen wie Stevie und Lindsay. (Rola Music)

Star der Woche: Inna Modja
ROCK/BLUES
ANGELS & GHOSTS
DAVE GAHAN & SOULSAVERS

Wow, das fängt RICHTIG lässig an: „Shine“ ist ein perfekter Song zwischen zu Tode betrübtem Blues und jubilierendem Gospel, dazu gerade genug nostalgische Britpop-Eleganz – und eine fiese, bis zum Anschlag verzerrte Gitarre. Dass Gahan diese Euphorie nicht über die gesamte CD halten kann, liegt zum einen am doch etwas redundanten Genre, zum anderen an seiner altbekannten Neigung, immer ein bissl gar zu dick aufzutragen. Aber gut, „You Owe Me“, „Don’t Cry“, „My Sun“ sind schon sehr lässig. (Sony)

Star der Woche: Inna Modja

ELLIPHANT & MAJOR LAZER: Too Original – Jürgen-Teller-Chic meets Gangsterbraut, Balkan meets Dancehall. Fährt voll ab.

SANTIGOLD: Can’t Get Enough Of Myself – Wir auch nicht, Ms White!

SIA: Bird Set Free – Seit 20 Jahren dabei. Erfolgreicher denn je.

ERYKAH BADU: Hotline Bling – Die Königin covert sexy Mr. Drake. Der jemanden gecovert hat...

FLORENCE & THE MACHINE: Where Are Ü Now - Florence die Große covert Bieber. Und Diplo.

ALUNAGEORGE & DIPLO & SKRILLEX: To Ü – Die junge Londonerin veredelt den US-Dance.

JESSIE WARE: Champagne Kisses – Die unbestrittene „Grande Dame“ des Elektrosoul.

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