Lokalverbot für Flüchtlinge

Gastronom Peter Moser erteilt Flüchtlingen Lokalve…
Foto: /Facebook Gastronom Peter Moser erteilt Flüchtlingen Lokalverbot

Althofener Wirt verweigert Ausschank: Frauen würden angestarrt und hätten Angst.


"Es geht nicht mehr. Meine Gäste haben Angst. Damit die Lage nicht eskaliert, muss ich Flüchtlingen Lokalverbot erteilen." Peter Moser, Inhaber des "Cafe Lilli" in Althofen, Kärnten, gab am Freitag bekannt, dass er Asylwerber nicht mehr bedienen will.

Das pauschale Lokalverbot sprach er öffentlich über Facebook aus: "Einige Gäste fühlen sich nicht mehr wohl, wenn ihr im Lokal seid. Wir müssen auf die Bedürfnisse unserer Gäste achten und können es euch nicht mehr erlauben, im Lokal zu bleiben", heißt es im Posting, das "Boss" Peter Moser in englischer Sprache ins Netz stellte.

Auf Nachfrage des KURIER wurde der Gastronom konkreter: "Samstagabend gab es im Lokal Livemusik, wir hatten auch zwei Flüchtlinge hier. Wie sie die Frauen anstarren. Sie ziehen sie mit ihren Blicken regelrecht aus, wenn sie auf die Toilette gehen", berichtet Moser. Er habe ihnen gesagt, sie mögen sich wegdrehen. Doch am Montag habe sich die Szene wiederholt. "Die Stimmung gegen Flüchtlinge ist negativ. Ich will keinen Wirbel, ich will nicht, dass hier alles kurz und klein geschlagen wird", sagt er. In Althofen komme man mit den "unterschiedlichen Kulturen, die nicht zusammenpassen, nicht klar." Er sei selbst mit einer Ungarin verheiratet, folglich keinesfalls ausländerfeindlich. Wie will Moser das Lokalverbot umsetzen? "Flüchtlinge erhalten keine Getränke und kein Essen."

Bürgermeister Alexander Benedikt (Liste für Alle) überrascht diese Maßnahme. "Mir sind keinerlei Zwischenfälle mit Asylwerbern bekannt", sagt Benedikt, im Brotberuf stellvertretender Postenkommandant der Polizeiinspektion Althofen. 28 Asylwerber seien aktuell in der Stadt untergebracht, hauptsächlich Familien. Das Verteilerquartier im eineinhalb Kilometer entfernten Containerdorf Krumfelden sei derzeit nicht voll besetzt.

Verdacht: Verhetzung

Im oberösterreichischen Bad Ischl gab es Mitte Jänner einen ähnlichen Fall: da wurde ein Lokalverbot für eine Bar ausgesprochen, die als "asylantenfrei" angepriesen wurde. Gegen die Besitzerin gab es ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verhetzung, das eingestellt wurde.

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(kurier) Erstellt am