"Wolfsgruß" in der KZ-Gedenkstätte

Abdurrahman Alpaslan zeigt Wolfsgruß auf Befreiung…
Foto: honorarfrei/Screenshot/Die Grünen Avrasya-Funktionär Abdurrahman A. steht auf Befreiungsdenkmal und präsentiert den Wolfsgruß.

Avrasya-Funktionär soll auf Denkmal mit faschistischer Geste posiert haben.

Am 5. Mai 1945 haben vorrückende Truppen der 11. US-Panzerdivision der 3. US-Armee das NS-Vernichtungslager Mauthausen befreit. Im "Fahnensaal" (ehemalige Wäschereibaracke, Anm.) der heutigen KZ-Gedenkstätte erinnert ein Granitstein-Quader an dieses historische Datum.

Den überlebenden Opfern und deren Angehörigen bedeutet das Denkmal unendlich viel. Symbolisiert es doch das Ende der Qualen, die ihnen von willfährigen Schergen des nationalsozialistischen Schreckensregimes einst zugefügt wurden.

Dass jemand ein solches Denkmal schänden könnte, scheint kaum vorstellbar. Doch laut Recherchen der Linzer Grünen soll das heuer im Februar passiert sein. "Wir haben ein Foto, das Abdurrahman A., den Schriftführer des Linzer Graue-Wölfe-Vereins Avrasya zeigt, wie er auf dem Granitquader in Mauthausen posiert und den türkisch-faschistischen Wolfsgruß zeigt", bestätigt die stellvertretende Landessprecherin Sophia Hochedlinger.

Die Abbildung sei – für jedermann einsehbar – im Internet veröffentlicht worden. "Und zwar in Kombination mit dem Text: ,Abdurrahman A., mein Bruder, in Hitlers Konzentrationslager. Weder Amerika, noch Russland, noch China! Alles für das Türkentum!", sagt Hochedlinger.

Für sie sei absolut schockierend, dass jemand derart wenig Respekt vor den Holocaust-Opfern zeige: "Eindeutiger kann man wohl kaum verdeutlichen, welcher Geisteshaltung man anhängt."

Hochedlinger gibt zu bedenken, dass die Linzer SPÖ "Avrasya" seit Jahren als ganz nomalen Verein einstuft. "Ich frage mich, was muss noch alles passieren, bis bei Bürgermeister Klaus Luger endlich ein Umdenkprozess einsetzt?"

Entsetzt über das Foto zeigt sich auch Robert Eiter, der Sprecher des oö. Antifa-Netzwerks. "Es ist eine unfassbare Provokation, das Befreiungsdenkmal zuerst mit Füßen zu treten und dann – umrahmt von den Flaggen der Befreier-Nationen – sowohl diese als auch die Opfer der Nazis mit faschistischer Symbolik zu beleidigen." Eiter erinnert daran, dass der Wiener Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger in einem Gutachten anführt, dass der Wolfsgruß im türkischen Rechtsextremismus eine ähnliche Bedeutung wie der Hitler-Gruß für die Nazis habe.

(kurier) Erstellt am
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