Streit eskalierte: Nachbarn Messer in Bauch gerammt

Vor dieser Tür stach der Täter zu.
56-Jähriger fühlte sich beleidigt und holte 30 Zentimeter langes Küchenmesser aus seiner Wohnung.

Durch einen Bauchstich schwer verletzt wurde am Montagabend ein 34-jähriger Bewohner eines Mehrparteienhauses am Linzer Melissenweg. Der Pole befand sich mit zwei Freunden (beide 37) im Stiegenhaus, als auch ein 56-jähriger Nachbar nach Hause kam. Was dann passierte, ist noch nicht vollständig geklärt: "Laut Aussage hat der 56-Jährige die Männer gefragt, was sie hier zu suchen haben. Darauf dürfte das Trio etwas geantwortet haben, wodurch sich der mutmaßliche Täter beleidigt gefühlt hat", berichtet Polizeisprecherin Simone Mayr.

Der türkischstämmige Österreicher verschwand wutentbrannt in seine Wohnung und holte ein etwa 30 Zentimeter langes Küchenmesser. Mit der Waffe kehrte er ins Stiegenhaus zurück und läutete an der Tür seines Nachbarn. "Als dieser geöffnet hat, dürfte der 56-Jährige ohne Vorwarnung zugestochen haben. Der Stich ging etwa vier Zentimeter tief in den Bauch", schildert Mayr.

Die Freunde des Opfers, die sich ebenfalls in der Wohnung aufhielten, konnten dem Angreifer das Messer entreißen. Dabei erlitten beide Männer leichte Schnittverletzungen.

Rasche Festnahme

Nachbarn hatten inzwischen die Polizei alarmiert. Zehn Minuten nach dem Vorfall traf eine Streife am Tatort ein. Der 56-Jährige, der von Bekannten in einem Lokal am Melissenweg als fleißig, freundlich und ruhig beschreiben wird, ließ sich von den Beamten widerstandslos festnehmen. "Er verhält sich kooperativ", sagt Mayr. Die Staatsanwaltschaft wird spätestens heute, Mittwoch, entscheiden, ob über den Mann die Untersuchungshaft verhängt wird.

Das 34-jährige Stichopfer befindet sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung. "Es bestand keine Lebensgefahr. Die Operation ist gut verlaufen, der Verletzte konnte bereits auf die Normalstation verlegt werden", heißt es aus dem Linzer AKh.

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