"Science Buster" soll Museum Welios auf die Füße helfen

Die Besucherzahlen des Welios liegen seit Jahren deutlich unter den Erwartungen, nur ein Millionenzuschuss konnte das Science Center vor der Insolvenz bewahren. Mit Werner Grubers Hilfe soll künftig alles besser werden
Physiker Gruber verkündete am Montag sein Interesse, mit dem Science Center Wels zu kooperieren.

Mit dem bekannten Physiker und Wissenschaftskabarettisten ("Science Buster") Werner Gruber als Berater möchte die SPÖ Wels das finanziell zuletzt schwer angeschlagene Welios wieder auf Kurs bringen. Der Direktor der Wiener Sternwarten soll helfen, das auch imagemäßig stark in Mitleidenschaft gezogene Science Center und Erlebnismuseum für eine breite Öffentlichkeit attraktiver zu machen. "Während andere darüber nachdenken, wie sie das Welios am besten versenken können, überlegt die SPÖ, wie eine gute Zukunftsentwicklung aussehen kann", sagt SPÖ-Bürgermeisterkandidat Hermann Wimmer. Auch Stadtchef Peter Koits (SPÖ) verspricht sich von einer Zusammenarbeit mit dem Physiker positive Effekte. "Wir brauchen Partner, die außerhalb unserer Region sind, Werner Gruber wäre mit seinem Netzwerk ideal."

Inhaltliche Kooperation

Der gebürtige Oberösterreicher Gruber bekundete am Montag öffentlich sein Interesse, das Welios nicht nur persönlich tatkräftig unterstützen zu wollen. Sein Vorschlag: Die städtische Bildungseinrichtung sollte auch eine Kooperation mit dem Planetarium der Stadt Wien eingehen. "Das ergäbe interessante Synergien, beide Einrichtungen könnten profitieren." Gruber denkt aber nur an eine inhaltliche Partnerschaft, eine finanzielle Verschränkung schließt er aus.

Sein Rat an die Welios-Führung: "Man muss auch bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum Präsenz zeigen." Weiters schlägt er eine stärkere Zusammenarbeit mit Schulen vor. "Das Wiener Planetarium könnte dem Science Center Leihgaben wie Sonnenteleskope, Wärmebildkameras oder ganz neue Exponate borgen, die sich Schule nicht leisten können." Gruber schlägt auch vor, die Öffnungszeiten auszuweiten und mehr auszustellen. "Es ist der falsche Weg, weniger zu machen." Und er warnt die Stadtpolitik, das Welios totzusparen. "Ein Science Center wird niemals zum Profitcenter. Doch hier investiertes Geld, bekommt man als Bildung zurück." Auch über eine Sternwarte am Welios-Dach und die Errichtung eines Planetariums sollte nachgedacht werden.

Kritik kommt von FPÖ-Stadträtin Christa Raggl-Mühlberger: "Neuigkeitswert haben diese Ideen keine mehr." Und ÖVP-Vizebürgermeister Peter Lehner fordert, das Science Center aus dem Wahlkampf zu halten.

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