Resolution gegen geplantes Asylheim

Der Schoberhof in Zeiling bei Gampern stand jahrelang leer. Nun könnten dort Flüchtlinge untergebracht werden.
Der Schoberhof sei nicht geeignet, bekräftigt Gamperns Bürgermeister. Er will dem Land Alternativquartiere anbieten.

Bei einer Versammlung am Freitagabend haben sich Anrainer erneut gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft im stillgelegten Schoberhof in Zeiling (Gemeinde Gampern, Bezirk Vöcklabruck) ausgesprochen. Wie im KURIER berichtet, will der Verein "Building Bridges" den ehemaligen Gasthof zu einem Quartier für 50 Asylwerber umfunktionieren. Das Land Oberösterreich unterstützt die Pläne und sieht auch keine rechtlichen Hindernisse.

Gamperns Bürgermeister Hermann Stockinger (ÖVP) hingegen wiederholte am Samstag seine Bedenken: "Der Schoberhof ist nicht als Flüchtlingsheim geeignet. In Zeiling gibt es nicht die notwendige Infrastruktur." Die Ortschaft mit ihren 23 Einwohnern verfüge weder über einen Supermarkt noch über ein Lokal. Außerdem dürften laut oberösterreichischer Bauordnung nur drei Wohneinheiten genehmigt werden – 50 Asylwerber seien dort nicht unterzubringen. "Es wird eine Resolution an das Land geben, in der wir unseren Standpunkt noch einmal ausführlich darlegen."

Weil aber auch Gampern soziale Verantwortung trage, werde die Gemeinde Alternativen anbieten. "Es ist noch nicht spruchreif, aber wir werden voraussichtlich zwei Wohnungen im Ort für etwa zehn Asylwerber zur Verfügung stellen", sagt Stockinger.

Ob dieses Angebot Soziallandesrätin Gertraud Jahn (SPÖ) ausreicht, ist fraglich. Wie berichtet, steht das Land unter enormem Druck, neue Flüchtlingsquartiere zu schaffen. Oberösterreich erfüllt seine Quote aktuell zu 91 Prozent, bis Ende Jänner sollen 500 neue Plätze geschaffen werden.

Zweiter Interessent

Beim Verein "Building Bridges" nimmt man den Widerstand aus der Bevölkerung ernst: "Unter diesen Voraussetzungen steht das Projekt unter keinem guten Stern", sagt Kassier Johannes Höglinger.

Für die Anrainer in Zeiling sei die Angelegenheit damit aber noch nicht "gewonnen": "Es gibt meines Wissens noch einen weiteren Kaufinteressen für den Schoberhof, der ebenfalls ein Flüchtlingsheim plant."

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