US-SPACE-MARS-INGENUITY

© APA/AFP/Caltech/HANDOUT / HANDOUT

Wissen Wissenschaft
10/09/2021

Österreichische Forscher schärfen den Drohnen-Blick auf dem Mars

Das Navigationssystem der Einsatzgeräte soll ab Montag in der Wüste Negev in Israel verbessert werden.

In die Verbesserung der autonomen Mars-Hubschrauber und -Drohnen sind Forscher der Universität Klagenfurt maßgeblich involviert. Dazu erläutert Christian Brommer von der Forschungsgruppe Control of Networked Systems: „Auf dem Mars gibt es kein GPS, deshalb müssen sich die Drohnen und Helikopter an markanten Stellen der Oberfläche des Planeten orientieren.“

Für die Tests eigne sich die Negev-Wüste ausgezeichnet, da ihre Oberfläche der des Mars sehr ähnlich sei.

Neue Drohne mit hochpräzisen Kameras

Der aktuell auf dem Mars eingesetzte Helikopter „Ingenuity“ setze diese in Klagenfurt mitentwickelte Navigationstechnik bereits ein. Sie soll nun weiter verfeinert werden. Dazu sei eine drei Kilogramm schwere Drohne mit ihren vier Rotoren und einer Spannweite von zwei Metern mit hochpräzisen Kameras ausgestattet worden.

„Für ein navigationstaugliches Bild einer recht monotonen Oberfläche ist der Schattenwurf ein wichtiges Merkmal“, so Brommer. Das müsse der Algorithmus analysieren können. Generell gelte, dass autonom agierende Fluggeräte eine zentrale Hilfe für die Erkundung des Roten Planeten sein werden. „Sie sind für die vorausschauende Planung von Mars-Ausflügen der Astronauten entscheidend.“

Sechs Analog-Astronauten in der Wüste

Die gesammelten Daten werden auch der US-Raumfahrtagentur Nasa zur Verfügung gestellt. Brommer ist Leiter des Drohnenprojektes im Forscherteam um die sogenannten Analog-Astronauten des Österreichischen Weltraumforums (ÖWF), die einen Mars-Aufenthalt simulieren.

Die sechs Analog-Astronauten aus Österreich, Deutschland, Israel, den Niederlanden, Portugal und Spanien werden ab Montag vier Wochen lang rund um den Ramon-Krater in der Negev-Wüste isoliert von der Außenwelt arbeiten.

Unterstützt werden die Analog-Astronauten vom Mission Support Center (MSC) in Innsbruck sowie von 200 Forschenden aus 25 Ländern. Um die Signallaufzeit zwischen Mars und Erde zu simulieren, wird in die Kommunikation zwischen Israel und Österreich eine zehnminütige Verzögerung eingebaut.

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