"Wien will's wissen": Forschende im direkten Gespräch
Wussten Sie, dass sich in Wien die größte Axolotl-Kolonie außerhalb Mexikos, der Heimat des Schwanzlurchs, befindet? Haben Sie schon vom Phonogrammarchiv gehört, das übrigens das älteste seiner Art weltweit ist und mehr als 50.000 Aufnahmen beherbergt? Haben Sie sich schon überlegt, dass Mikroplastik auch in unseren Böden vorkommt – und über die Nahrungskette von uns aufgenommen wird? Oder sagt Ihnen der Begriff Mykologie etwas – und wissen Sie, warum es für die Ökologie so wichtig ist, Pilze in ihrem Habitat zu erforschen?
Es gibt in der Wissenschaft viele Gebiete, die irgendwie unter jedem Radar fliegen und deshalb in der Berichterstattung selten Niederschlag finden. Das schmälert ihre Bedeutung und ihren Nutzen für die Allgemeinheit aber keineswegs. Ihnen eine Plattform zu bieten und sie den Leser*innen näherzubringen, ist ebenfalls ein wichtiger Part von „Wien will’s wissen“.
Frage-Antwort-Spiel
Im Rahmen der KURIER Initiative sind im Nachrichtenmagazin profil vier Seiten im Monat vorgesehen, auf denen die Wiener Forschung eine Bühne erhält. Bei diesem Format hat sich die Redaktion für Interviews entschieden, denn keine andere journalistische Darstellungsform bringt den Leser*innen die Gedankenwelt, Ansichten und Emotionen der Gesprächspartner*innen näher. Und so kam es im Rahmen der profil-Seiten zu Aussagen, die überraschen, uns schmunzeln lassen oder neue Erkenntnisse liefern.
„Das Schöne an unserer Forschung ist: Sobald eine Sache geklärt ist, tun sich neue Fragen auf“, sagte etwa Hein Himmelbauer, Leiter des Instituts für Computergeschützte Biologie an der BOKU University, der mit Hilfe von KI das Genom der Zuckerrüben entschlüsseln will.
Jonathan Kominski, Leiter des Departments für Kognitionswissenschaften an der Central European University, untersucht, welche Erwartungshaltung Babys und Welpen von physikalischen Gesetzen haben. Dabei hat er auch eine ganz andere Erfahrung gemacht: „Experimente kann man viel leichter mit den Hunden durchführen – sie kann man nämlich darauf hintrainieren, dass sie still sitzen.“
Katharina Miko-Schefzig, Leiterin des Kompetenzzentrums für empirische Forschungsmethoden an der WU Wien, beschäftigt sich mit der Frage, warum viele Menschen der Forschung gegenüber skeptisch sind. „Wissenschaftler*innen sind immer auf der Suche nach eigenen Fehlern, und Forschende leben von institutionalisierten Zweifeln“, brachte sie es im profil-Interview auf den Punkt. „Die Gesellschaft will aber Aussagen haben, die nicht gleich wieder eingeschränkt werden.“
Auch heuer können Sie sich auf insgesamt 30 spannende Wissenschaftsbeiträge im profil freuen.
Alle spannenden Artikel und Interviews im Rahmen von "Wien will's wissen" finden Sie auch im profil und online unter profil.at
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