Mit neuer Technologie schneller am Ziel
Heuer bewarben sich 129 Spin-offs und Start-ups aus ganz Österreich für den österreichischen Gründungspreis Phönix. Prämiert werden dabei innovative, neue Projekte, wobei heuer das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus gestellt wurde. Insgesamt wird die begehrte Trophäe in vier Kategorien vergeben: Start-up, Spin-off, Prototyp sowie Female Entrepreneurs.
In der Kategorie Prototyp konnte imd Biotech den Phönix für seine Diagnoseplattform „rappid“ gewinnen. Das junge Unternehmen ist ein Spin-off der Universität Wien: Im Rahmen eines Fellowships entstand die Idee, ein verlässliches und mobiles Diagnoseverfahren zu entwickeln, das, unabhängig von klassischen Laboren, bakterielle Verunreinigungen in Lebensmitteln entdeckt.
Besteht der Verdacht einer Kontaminierung von Lebensmitteln, so wird eine Probe vorangereichert, was etwa 48 Stunden in Anspruch nimmt. Erst danach folgt die Analyse, die ebenfalls dauert. Doch gerade in diesem sensiblen Bereich ist Zeit kostbar: Die Hersteller müssen möglichst schnell wissen, ob sie einen Rückruf starten sollen, da bakterielle Verunreinigungen für die Konsument*innen durchaus gefährlich werden können. Genau hier setzt imd Biotech mit ihrer Idee an: Ihre Entwicklung ermöglicht rasche Entscheidungen. „Jedes Jahr erkranken weltweit mehrere Millionen Menschen lebensmittelbedingt, teils mit tödlichem Ausgang“, sagt CEO Thomas Werzer. „Mit unserer Diagnostikplattform bieten wir erhöhte Sicherheit für Lebensmittelproduzenten ebenso wie Konsumentinnen und Konsumenten.“
Bestechende Lösung
Die Plattform „rappid“ von imd Biotech arbeitet mit simultaner Inkubation und Echtzeiterkennung, was bewirkt, dass die Analyse beginnt, sobald die Probe zugegeben wird. Diese wird mithilfe eines Wattestäbchens entnommen und sofort in einen beheizbaren Behälter geführt und in das Analysegerät eingesetzt, wo im selben Augenblick die Inkubation unter optimalen Bedingungen beginnt. Die Suche nach einer möglichen bakteriellen Verunreinigung findet kontinuierlich statt und wird zeitgleich auf der grafischen Benutzeroberfläche visualisiert.
Die Basistechnologie wurde unter der Leitung von Dr. Thomas Werzer an der Universität Wien entwickelt. Geleitet wird das Spin-off imd Biotech von Thomas Werzer und Christian Zafiu, die seit über 15 Jahren zusammenarbeiten, Kerrin Steensen sowie von Martin Hammerschmid und Peter Werzer, die viel Erfahrung in den Bereichen Geschäftsaufbau, Finanzierung, IT und Vertrieb mitbringen.
Erfolgreiche Feuertaufe
„rappid“ hat die erste praxistaugliche Anwendung bestanden. Der krankheitserregende Keim Listeria monocytogenes kann nachgewiesen werden. An der Analysemöglichkeit anderer Bakterien, etwa E. coli oder Salmonellen, arbeitet das Team. Dabei hat sich auch gezeigt, dass der Prototyp ohne geschultes Laborpersonal einsetzbar ist. Das wiederum bedeutet, dass er auch in der Produktion eingesetzt werden kann – und das mit einem erheblichen Zeitgewinn: Das Ergebnis liegt bereits nach einigen Stunden vor und nicht erst nach zwei Tagen.
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