Forscher: Social-Media-Verbot kann Kindern schaden

Online-Hilfen lassen sich laut Wissenschaftlern der Flinders University nicht mehr verwenden.
Eine Hand hält ein Smartphone mit geöffnetem Startbildschirm, auf dem verschiedene App-Symbole wie Facebook und Messenger zu sehen sind.

Das in Australien geltende Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren greift laut der Salzburger Kinderanwältin Johanna Fellinger in die Kinderrechte ein. 

Österreichs Kinder- und Jugendanwaltschaften fordern stattdessen, dass bestehende Regeln konsequent umgesetzt und die Plattformen reguliert werden. Es brauche EU-weite Lösungen, und die Medienkompetenz der Kinder müsse gefördert werden.

Psychische Gesundheit könnte leiden

Ähnlich sehen es Experten der Flinders University. Eine Zugangsbeschränkung könne nur begrenzte Wirkung haben, wenn die Social-Media-Plattformen nicht selbst verpflichtet würden, sicherere Umgebungen zu schaffen, um zu verhindern, dass junge Nutzer auf schädliche Inhalte zugreifen.

Die US-Forscher warnen zudem davor, dass ein solches Verbot auch diejenigen trifft, die soziale Medien nutzen, um junge Menschen positiv zu beeinflussen, darunter Dienste für psychische Gesundheit. "Soziale Medien sind zu einem der wichtigsten Kanäle geworden, über die Forscher und Hilfsdienste mit Jugendlichen in Kontakt treten. Veränderungen beim Zugang zu sozialen Medien bedeuten, dass wir neue Wege brauchen, um junge Menschen zu erreichen und sicherzustellen, dass ihre Stimmen weiterhin gehört werden", so Flinders-Forscherin Bridianne O'Dea. Andererseits gebe es genügend Scharlatane im Netz, die Kindern psychisch schaden.

Sorgfältige Bewertung der Verbotsfolgen

O'Dea und ihre Kollegen arbeiten daran, die tatsächlichen Auswirkungen des Social-Media-Verbots in Australien zu bewerten. "Wir müssen verstehen, welche Veränderungen sich dadurch in ihrem Leben ergeben. Schlafen sie wirklich besser? Wie entwickeln sich ihre Freundschaften? Gibt es Verbesserungen bei ihrer psychischen Gesundheit und ihrem Wohlbefinden?"

Eine sorgfältige Bewertung hilft laut der klinischen Flinders-Psychologin Marcela Radunz zu verstehen, was funktioniert, was nicht und wie sich potenzielle Schäden durch zusätzliche evidenzbasierte Strategien reduzieren lassen. Der Erfolg des Verbots sollte an den Auswirkungen auf die psychische Gesundheit junger Menschen, ihre schulischen Leistungen, ihre digitale Kompetenz und daran gemessen werden, wie sie ihre Zeit außerhalb der sozialen Medien verbringen.

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