FILE PHOTO: A woman holds a small bottle labeled with a "Vaccine COVID-19" sticker and a medical syringe in this illustration

Symbolbild

┬ę REUTERS / Dado Ruvic

Wissen
09/09/2020

Sicherheitsbedenken: AstraZeneca setzt Corona-Impfstoffstudie aus

Die Studie des experimentellen Impfstoffs wird nach dem Auftreten schwerwiegender Nebenwirkungen bei einem Probanden ausgesetzt.

Bei dem in Sp├Ątstudien befindlichen Impfstoffkandidaten des Pharmakonzerns AstraZeneca werden einem Medienbericht zufolge Nebenwirkungen vermutet. Die Studie des experimentellen Impfstoffs werde nach dem Auftreten schwerwiegender Nebenwirkungen bei einem Probanden in Gro├čbritannien ausgesetzt, berichtete die Webseite Stat News am Dienstag unter Berufung auf eine Sprecherin des Unternehmens.

Das sei eine Routinema├čnahme, teilte das britische Unternehmen inzwischen mit. ÔÇ×In gro├čen Versuchsreihen treten Erkrankungen zuf├Ąllig auf, m├╝ssen aber von unabh├Ąngiger Seite untersucht werden, um das gr├╝ndlich zu ├╝berpr├╝fen."

AstraZeneca werde die Untersuchung beschleunigen, damit sich das Zulassungsverfahren f├╝r den Impfstoff so wenig wie m├Âglich verz├Âgere, hie├č es weiter. Bei der ├ťberpr├╝fung geht es letztlich darum festzustellen, ob die gesundheitlichen Probleme vom Impfstoff ausgel├Âst wurden. W├Ąhrend des Stopps sollen keine weiteren Studienteilnehmer geimpft und bisher geimpfte Personen weiterhin beobachtet werden.

Der unter "AZD1222" bekannte experimentelle Impfstoff befindet sich in Gro├čbritannien, Brasilien und S├╝dafrika in sp├Ąten klinischen Studien und gilt als einer der f├╝hrenden Kandidaten bei der Entwicklung einer wirksamen Impfung gegen das neuartige Coronavirus.

AstraZeneca geht laut Tagesschau von einem Einzelfall aus und nannte keine Einzelheiten zu den aufgetreten Nebenwirkungen bei dem Probanden, lediglich von "einer potenziell unerkl├Ąrlichen Krankheit". Die New York Times berichtete unter Berufung auf eine informierte Person, dass es sich bei dem gesundheitlichen Problem um Transverse Myelitis handele - eine Entz├╝ndung, die das R├╝ckenmark treffe und von Vireninfektionen ausgel├Âst werden k├Ânne.

AstraZenecas Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschw├Ąchten Version eines Erk├Ąltungsvirus von Schimpansen und soll das Immunsystem auf Trab bringen, damit es SARS-CoV-2 im Falle einer Infektion unsch├Ądlich machen kann.

Tests in mehreren L├Ąndern

Im August hatte der Pharma-Riese begonnen, 30.000 Probanden in den USA f├╝r seine gr├Â├čte Studie an dem Impfstoffkandidaten zu rekrutieren. Getestet wird das von der Universit├Ąt Oxford produzierte Vakzin auch an Tausenden Menschen in Gro├čbritannien, kleinere Studien gibt es in Brasilien und S├╝dafrika.

Gro├č angelegte letzte Testphasen laufen auch f├╝r zwei weitere Impfstoffkandidaten: Einer wird von Moderna Inc. hergestellt, der andere vom Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und dessen US-Partner Pfizer. Diese zwei Impfstoffaspiranten wirken anders als das Mittel von AstraZeneca.

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