Der Kenianer Eliud Kipchoge hält den aktuellen Rekord.

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Wissen

Marathon: Wann fällt die Zwei-Stunden-Marke?

Ein australischer Wissenschaftler berechnete jetzt, wann und wo der Rekord fallen könnte.

02/27/2019, 10:34 AM

September 2032 in Berlin: Laut dem Wissenschaftler Simon Angus von der australischen Monash Universität könnte zu diesem Zeitpunkt erstmals die Zwei-Stunden-Marke bei einem Marathon geknackt werden. Und es wird wahrscheinlich ein Kenianer oder Äthiopier sein, dem diese Zeit gelingt. Aktuell liegt der Weltrekord für die 42,195 Kilometer bei 2:01:39 Stunden. Der Kenianer Eliud Kipchoge stellte die Bestzeit 2018 in Berlin auf. Die meisten Amateure freuen sich über eine Zeit von unter vier Stunden, 3:30 Stunden sind eine gute Leistung.

Berlin bietet perfekte Voraussetzungen

Im Profi-Bereich sieht das natürlich anders aus. Glaubt man den statistischen Methoden dauert es aber doch noch ein paar Jahre bis die Marke fällt. Angus analysierte die bisherigen Rekorde und stellte fest, dass Berlin die perfekten Voraussetzungen dafür liefert, dass die Bestzeit dort gelaufen wird: Im September, zur Zeit des Berlin-Marathons ist der Wind schwach, die Temperatur nahe der Idealtemperatur von zwölf Grad Celsius, der Streckenverlauf ist flach. „Schon kleinste Veränderungen können große Auswirkungen haben“, sagt Angus. Auch die vergangenen sieben Weltrekorde wurden alle in Berlin gelaufen.

ATHLETICS-MARATHON-BERLIN

Deutlich geringere Wahrscheinlichkeit für Frauen

Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Berlin-Marathon 2032 fällt liegt laut Angus bei zehn Prozent. Im Jahr 2018 betrug die Wahrscheinlichkeit noch zwei Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau die Marke knackt ist deutlich geringer: Nur ein Prozent sieht Angus hier. Laut seinen Berechnungen liegt die für Frauen mögliche absolute Bestmarke bei 2:05:31 – unter dieser Zeit kann demnach keine Frau einen Marathon laufen. Die Zwei-Stunden-Marke entspricht laut Angus bei Frauen 2:07:33. Der aktuelle Rekord wurde 2003 von Paula Radcliffe aufgestellt und liegt bei 2:15:25.

Laufen die Entwicklungen im Laufsport so weiter wie bisher, rückt der erwartete Rekord jedoch näher. Trotzdem: Große Sprünge zwischen den einzelnen Bestzeiten sind nicht zu erwarten. Der australische Forscher begründet dies mit der Marathongeschichte: 1952 stellte etwa der Brite Jim Peters den Weltrekord mit 2:20:42 Stunden. Zehn Jahre später war die Bestzeit schon mehr als sechs Minuten schneller. Seit 2003 gab es sieben neue Weltrekorde – die Unterschiede in den Zeiten betrugen jedoch meist nur Sekunden, insgesamt waren es knapp drei Minuten.

Virgin Money London Marathon

Schon einmal fehlten nur 25 Sekunden

Doch die Statistik kann auch überlistet werden: Der aktuelle Rekordträger Eliud Kipchoge ist der Zwei-Stunden-Marke bereits einmal sehr nahegekommen. Das war im Mai 2017 – nur 25 Sekunden fehlten. Allerdings war es kein offizieller Marathonlauf, sondern ein inoffizieller Marketinglauf des Sportartikelherstellers Nike. „Es ist durchaus denkbar, dass die Marke in einem inoffiziellen Versuch früher fällt. Es werden hier aber Methoden herangezogen, die in einem offiziellen Marathon nicht erlaubt sind. Es wird also auch danach noch spannend bleiben, wann der erste die Marke aus eigener Kraft unterbietet“, meint Simon Angus.

Irgendwann ist allerdings Schluss. Der menschliche Körper hat beim Marathon seine Grenze und die liegt nicht nur laut den Berechnungen von Angus bei einer Zeit von 1:58:05. Auch andere Wissenschaftler kommen zu einem ähnlichen Ergebnis.

Afrikanerinnen gleich schnell wie Europäerinnen

Interessanter Aspekt ist, dass Rekordläuferinnnen nicht nur aus afrikanischen Ländern kommen wie bei den Männern. Frauen aus Ostafrika sind nicht schneller als europäische Profiläuferinnen. Angus vermutet, dass es in afrikanischen Ländern Mechanismen gibt, die Frauen weniger fördern oder behindern, ebenso gut zu werden wie Männer: Wahrscheinlich leben heute Weltrekord-Marathon-Läuferinnen in Afrika. Wir kennen sie nur nicht."

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