Wissen
23.07.2018

Tropfen sollen Altersblindheit verhindern

Millionen Menschen könnte ein neu entwickeltes Mittel bei der häufigen Augenkrankheit helfen.

Eine der häufigsten Erblindungsuraschen könnte bald einfach bekämpft werden: Wissenschaftler der Universität Birmingham haben Tropfen entwickelt, die bei altersbedingter Makuladegeneration helfen sollen. Diese Erkrankung betrifft die Netzhautmitte – es treten Schwierigkeiten beim Lesen auf, Linien erscheinen geknickt oder verzerrt, Gesichter werden nicht mehr erkannt. Die Beschwerden können unterschiedlich schnell fortschreiten, die Sehkraft lässt nach – bis hin zu Erblindung, der sogenannten Altersblindheit. Makuladegeneration betrifft vor allem Menschen ab 50 und ist in dieser Altersgruppe die häufigste Ursache für Erblinden.

Erste Tests erfolgreich

Derzeit ist die Therapie großteils nur mit schmerzhaften Injektionen möglich. Die neu entwickelten Augentropfen könnten die Behandlung nun verbessern. Erste Tests haben bereits gezeigt, dass sie bei Ratten helfen, jetzt wurde die schmerzfreie Methode auch an Kaninchen und Schweinen getestet. Die Versuche zeigen: Die Augentropfen haben eine ähnliche therapeutische Wirkung wie die bisher injizierten Medikamente.

Die Tropfen enthalten Substanzen, die die Zellen des Auges durchdringen können und dort eine wirksame Dosis des Medikaments abgeben. Herausforderung der Entwickler ist, Medikamente in den Augenhintergrund einzubringen. In Form von Tropfen könnten Patienten sich selbst behandeln, was Zeit und Geld in der Therapie sparen würde.

Die aktuelle Untersuchung wurde in der Zeitschrift Investigative Ophthalmology & Visual Science veröffentlicht. Derzeit sind die Augentropfen von einer amerikanischen Pharmafirma patentiert und sollen nun auch an Menschen getestet werden.