Wissen
26.07.2018

Hitzewelle: Giftiger Algenteppich sprießt vor Ostseeküste

Wegen akuter Gesundheitsgefahr wurden mehrere Strände in Polen von den zuständigen Behörden geschlossen.

Wegen eines giftigen Algenteppichs haben polnische Gesundheitsbehörden mehrere Strände an der Ostsee vorübergehend geschlossen. An acht Badestellen sei das Schwimmen wegen gefährlicher Cyanobakterien - besser als Blaualgen bekannt - verboten, sagte der Gesundheitsinspektor Tomasz Augustyniak am Mittwoch. "Die Algen sind giftig und stellen ein Gesundheitsrisiko dar", meinte Augustyniak. Die gefährliche Blüte sei "besonders intensiv" wegen der anhaltenden Hitze.

Weitere Ursachen für die Algenplage seien Rückstände aus Düngemitteln und Abwasser, die in den vergangenen Jahren in die Ostsee gelangt sind, sagte Augustyniak. Wenn die Algen sterben, würden komplexe biologische Prozesse in Gang gesetzt, die mit erheblichem Sauerstoffverlust einher gingen. Auf diese Weise könnten dann "tote Zonen" entstehen, in denen kein maritimes Leben mehr möglich ist.

Sauerstoffmangel in der Ostsee

In einer unlängst in der Fachzeitschrift Biogeosciences veröffentlichten Studie hatten Wissenschafter bereits auf einen "außergewöhnlich starken" Sauerstoffmangel in der Ostsee hingewiesen. Demnach handelt es sich bei dem Binnenmeer um ein besonders sensibles Ökosystem, da Schadstoffe nur in begrenztem Maße in andere Gewässer weitergespült werden könnten.