Tiercoach: So bringen Sie Hund und Katze gesund durch die Heizperiode

Trockene Luft kann die Gesundheit von Vierbeinern beeinträchtigen. Was Haustiere schützt.
Eine graue Katze liegt ausgestreckt am Heizkörper und genießt die Wärme.

Katzen sind von Natur aus thermophil. Als Nachfahren der afrikanischen Falbkatze sind sie an ein wärmeres Klima angepasst, bei 20 bis 25 Grad Celsius fühlen sie sich wohl. Hunde schätzen – je nach Felldichte und Größe – in der Regel Raumtemperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius.

„Die Heizperiode ist für Vierbeiner durchaus relevant. Sie kann die Gesundheit belasten“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, welche Symptome trockene Luft verursachen kann, und wie Hunde und Katzen gut durch die kalte Jahreszeit kommen.

„Die geringe Luftfeuchtigkeit setzt vor allem Katzen, die ausschließlich in der Wohnung leben, zu“, sagt Reitl. Doch auch empfindliche Hunde sind betroffen. Die Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus; die Schutzbarriere wird durchlässig für Krankheitserreger. Das Immunsystem schwächelt. Auch gerötete Augen und eine kratzige Stimme sind die Folge. Außerdem werden die Atemwege in Mitleidenschaft gezogen. 

Wohungskatzen und Allerigker leiden besonders 

Allergikern macht zusätzlich der Kot der Hausstaubmilbe vermehrt zu schaffen. Längere Aufenthalte daheim und selteneres Durchlüften begünstigen die Bildung von Lurch.

„Halter können vorsorglich die Luft befeuchten“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Nasse Wäsche im Zimmer, Wasserbehälter am Heizkörper sowie Luftreiniger bzw. Luftwäscher können für ein besseres Raumklima sorgen. 

Ist die Funktion der Bindehaut gefährdet, helfen befeuchtende Augentropfen. Vor allem Vierbeiner mit großen oder hervorstehenden Sehorganen profitieren davon. Das Angebot an Präparaten ist groß; der Veterinärmediziner des Vertrauens berät.

Salbeitee und Ingwer sind bewährte Hausmittel im Winter

„Prophylaktische Therapien gibt es in Bezug auf die Atemwege keine“, sagt der Zoodoc. Zeigen sich allerdings die ersten Symptome, kann Salbeitee angeboten oder ins Futter gemischt werden. 

Auch schleimfördernde Mittel eignen sich für die Behandlung. Nicht zuletzt profitieren Patienten von pflanzlichen Mitteln, die wie Hustensaft wirken.

Das Immunsystem kann ebenso unterstützt werden: Gerade Jungtiere, Senioren und kurzschnauzige Vierbeiner sollten entsprechend bedacht werden. Echinacea, Ingwer und Kurkuma stärken die körpereigenen Abwehrkräfte. Nahrungsergänzungsmittel können eine positive Wirkung haben.

Kranke Halter sollen auf Abstand gehen und auf Hygiene achten

„Eine Schutzmaßnahme wird oft unterschätzt“, wendet sich der KURIER-Tiercoach dem richtigen Verhalten von erkrankten Haltern zu. Haustierbesitzer, die an einem Infekt laborieren, sollten auf Abstand zu ihrem Vierbeiner gehen; sie können Bakterien und Viren übertragen. Es gelten die üblichen Hygieneregeln. Reitl schließt: „Man muss sich nicht übertriebene Sorgen machen, aber auf enges Kuscheln sollte während der Erkrankung verzichtet werden.“

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