Dog Relaxing on Sofa

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Wissen Gesundheit
12/14/2020

Wie der Hund, so der Halter: Auch bei Diabetes?

Forschende haben untersucht, ob Hunde- und Katzenbesitzer das Risiko an Diabetes zu erkranken mit ihren Haustieren teilen.

Haustiere teilen ja so einiges mit ihren Haltern – die Wohnung, den Tagesrhythmus, manchmal sogar das Bett.

Forschende um die schwedische Epidemiologin Tove Fall von der Universität Uppsala haben sich angesehen, ob Besitzer von Hunden und Katzen, die an Diabetes leiden, auch selbst häufiger daran erkranken. Dem wissenschaftlichen Team zufolge ist es die erste Studie, die sich dem gemeinsamen Diabetes-Risiko von Hunde- und Katzenbesitzern und ihren Vierbeinern widmet.

Ungesunde Duos

Die Untersuchung, die vor wenigen Tagen im renommierten British Medical Journal (BMJ) erschienen ist, legt nahe, dass Halter von zuckerkranken Hunden möglicherweise ungesunde Verhaltensweisen – beispielsweise mangelnde körperliche Aktivität oder falsche Ernährung – mit ihren kranken Lieblingen teilen könnten. Das wiederum könnte ihr eigenes Diabetes-Risiko steigern. Schon frühere Forschungen haben ergeben, dass Hunde und ihre Besitzer mit größerer Wahrscheinlichkeit ähnliche Aktivitätsniveaus aufweisen – im Vergleich zu Katzen und ihren Haltern.

Untersucht wurden rund 175.000 schwedische Hundebesitzer und rund 90.000 Katzenbesitzer (sowie ihre tierischen Mitbewohner). Ihr Diabetes-Status wurde über einen Zeitraum von drei bis sechs Jahren verfolgt. Die Forschenden dokumentierten auch die demografischen Faktoren der Tierhalter (Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Familienstand). Ähnlich bei den Tieren: Man zeichnete ihr Alter, Geschlecht sowie die Rasse der Katze oder des Hundes auf.

Es zeigte sich, dass Hundebesitzer, die einen Hund mit Diabetes besaßen, ein um 38 Prozent erhöhtes Erkrankungsrisiko für Typ-2-Diabetes aufwiesen. Im Vergleich zu Hundebesitzern, deren Tier nicht an Diabetes laborierte. Miterhobene sozioökonomische Faktoren der menschlichen Studienteilnehmer veränderten die Ergebnisse nur unwesentlich, ebenso wenig wie die Hunderasse. Bei Katzenbesitzern und ihren zuckerkranken Miezen zeigte sich der Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes nicht.

Warnsignal für Hund und Herrl

Neben den eingangs erwähnten ungesunden Verhaltensweisen (wenig Sport, unausgewogene Ernährung) könnten den Forschenden zufolge auch Umwelteinflüsse, etwa Schadstoffe, eine Rolle beim Erkrankungsrisiko spielen. Die Experten plädieren daher dafür, dass ein Hund, der an Diabetes erkrankt, in puncto Typ-2-Diabetes-Risiko als Art Warnsignal für den Besitzer fungieren könnte.

Schon in früheren Forschungen hat sich ein Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit bei Hundebesitzern und ihren Haustieren herauskristallisiert. Auch Ehepartner von Diabetes-Patienten haben ein erhöhtes Risiko, selbst daran zu erkranken.

Hunde und Katzen, die an Diabetes erkranken, zeigen normalerweise ähnliche Symptome wie Menschen, etwa erhöhten Durst, Gewichtsverlust, häufigeres Wasserlassen, schlechtere Wundheilung oder allgemeine Entkräftung.

Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist und im Laufe der Zeit zu ernsthaften Schäden an Herz, Blutgefäßen, Augen, Nieren und Nerven führt.

Am häufigsten kommt Typ-2-Diabetes vor, der normalerweise bei Erwachsenen auftritt, wenn der Körper gegen Insulin resistent wird oder nicht genug Insulin produziert. In den vergangenen drei Jahrzehnten ist die Prävalenz von Typ-2-Diabetes in Ländern aller Einkommensstufen dramatisch gestiegen.

Typ-1-Diabetes, einst als Jugenddiabetes oder insulinabhängiger Diabetes bezeichnet, ist dagagen eine Autoimmunerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse selbst zu wenig oder gar kein Insulin produziert.

Für Menschen mit Diabetes ist der Zugang zu einer erschwinglichen Behandlung entscheidend für ihr Überleben.

Weltweit leiden laut WHO rund 422 Millionen Menschen an Diabetes, die meisten leben in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. 1,6 Millionen Todesfälle sind jedes Jahr direkt auf Diabetes zurückzuführen. Die Anzahl der Todesfälle und Diagnosen hat in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen.

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