Wissen | Gesundheit
24.05.2018

Was für einen Rauchstopp am hilfreichsten ist

In einer US-Studie wurde die Wirksamkeit von kostenlosen Nikotinpräparaten im Vergleich zu finanziellen Anreizen untersucht.

Rauchen ist und bleibt die führende Ursache vermeidbarer frühzeitiger Todesfälle. Deswegen entscheiden sich immer mehr Arbeitgeber dazu, Hilfsmittel wie Nikotinersatzpräparate (z.B. Kaugummis oder Pflaster) kostenlos zur Verfügung zu stellen. Neue Erkenntnisse zeigen aber, dass das alleine vielen Arbeitnehmern nicht beim Aufhören hilft. Wenn den Mitarbeitern allerdings ein finanzieller Anreiz fürs Aufhören in Aussicht gestellt wird, ist es dreimal so wahrscheinlich, dass sie das Rauchen aufgeben. Sogar bis zu diesem Zeitpunkt ursprünglich Nicht-Aufhörwillige sprangen auf so ein Angebot an.

Forscher an der University of Pennsylvania untersuchten mehr als 6.000 Raucher aus 54 US-amerikanischen Unternehmen. Die Studienteilnehmer wurden in vier verschiedene Gruppen eingeteilt:

- Die Testpersonen in zwei Gruppen bekamen entweder kostenlose E-Zigaretten oder Ersatzprodukte, wie Nikotinkaugummis und Nikotinpflaster.

- In den anderen zwei Gruppen erhielten die Teilnehmer sowohl medikamentöse Hilfsmittel, als auch entweder 600 US-Dollar in bar, oder Wertpapiere der jeweiligen Firma im selben Wert. Der Haken war aber, dass die Raucher das Geld nur dann erhielten, wenn sie wirklich für eine gewisse Zeit rauchfrei blieben.

Raucher kosten ca. 4500 Dollar mehr

Von den 6.000 angemeldeten Mitarbeitern engagierten sich insgesamt ca. 1.200 aktiv für ihr jeweiliges Programm. Bei diesen Teilnehmern war es vier- bis sechsmal so wahrscheinlich, dass sie mindestens sechs Monate lang nicht rauchten als bei den weniger motivierten. Aber selbst von den engagierten Partizipanten hörten die wenigsten nur wegen der Gratis-E-Zigaretten oder der medikamentösen Hilfsmittel auf. Es zeigte sich auch, dass die Gesamtkosten der Programme pro Teilnehmer, der länger als sechs Monate rauchfrei blieb, am geringsten in den Gruppen mit den finanziellen Boni waren. Studienleiter Kevin Volpp gab aber zu Bedenken: „Eine der Stärken von Bonus-Programmen ist, dass sie nur etwas kosten, wenn die Teilnehmer ihr Verhalten auch wirklich ändern“ - weil sie ja sonst keine Prämie erhalten.

Im Gegensatz dazu würden Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern nur Nikotinersatzprodukte zur Verfügung stellen, Geld ausgeben, egal, ob dadurch die Raucher weniger werden oder nicht. Schätzungen zufolge kostet einen Arbeitgeber ein Raucher zwischen 3.000 und 6.000 Dollar mehr pro Jahr als ein Nichtraucher - z.B. durch häufigere Krankenstände und den dadurch bedingten Arbeitsausfall.

Die Autoren betonen, dass durch die hohe Stichprobengröße die Ergebnisse auf die meisten Unternehmen umgelegt werden könnten. Weil fast jeder als Raucher identifizierte Mitarbeiter automatisch angemeldet wurde, ist diese Untersuchung auch realitätsnäher als andere Studien, an denen hauptsächlich Raucher mit einer  Motivation zum Aufhören teilgenommen haben. Die Resultate der Studie wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.