Viele Babytragen nicht für Neugeborene geeignet - trotz Herstellerangaben
Manche der getesteten Babytragen erfüllten nicht, was die Hersteller angaben.
Babytragen sollen Nähe schaffen und die gesunde Entwicklung fördern. Doch nicht jedes Modell hält, was es verspricht. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) und die deutsche Stiftung Warentest haben 13 Babytragen getestet: Acht schnitten gut ab, fünf erhielten die Note „durchschnittlich“.
Preise von 40 bis 250 Euro
Getestet wurden Vollschnallen-Tragen, Tragetücher und Kombi-Tragen, die einen Hüftgurt mit den Vorteilen eines Tragetuchs verbinden. Die Preise reichen von 40 bis 250 Euro. Gute Kombi-Tragen und Tragetücher sind bereits ab 70 Euro erhältlich, Vollschnallen-Tragen ab 175 Euro.
„Eine gute ergonomische Gestaltung ist besonders wichtig, weil die Hüfte nach der Geburt noch nicht vollständig ausgebildet und daher formbar ist. Orthopäden empfehlen deshalb, Babys vor allem in den ersten sechs Monaten in der Anhock-Spreiz-Haltung zu tragen“, erläuterte VKI-Projektleiter Christian Undeutsch. „Dabei sitzt der Po am tiefsten, die Beine des Babys sind leicht gespreizt und angezogen.“
Kombi-Tragen und Tragetücher schnitten bei der kindgerechten Gestaltung besser ab. In einigen Vollschnallen-Tragen sitzen Babys hingegen ergonomisch nicht optimal. Bei einem Modell lässt sich der Sitzsteg nicht verstellen – das Kind sitzt dadurch fast im Spagat, zudem wird der untere Rücken kaum gestützt.
Vier Modelle erst ab drei bis sechs Monaten geeignet
Drei Vollschnallen-Tragen sind – entgegen der Herstellerempfehlung – erst ab einem Alter von sechs Monaten ergonomisch nutzbar: Bei BabyBjörn Baby Carrier Harmony, Infantino Flip 4-in-1 convertible carrier und Nuna Cudl Clik „hängen etwa die Beinchen herab oder der Kopf wird nicht ausreichend gestützt“. Auch bei der Kombitrage Boppy ComfyGrow sollte aufgrund der Rückenlänge der Trage gewartet werden, bis das Kind ab rund drei Monaten groß genug dafür ist.
Worauf Eltern achten sollten
Vollschnallen-Tragen sind einfach in der Handhabung, während Kombi-Tragen und Tragetücher mehr Flexibilität bieten. Für das Baby sind vier Punkte besonders wichtig: freie Atemwege, gute Stützung von Kopf bis Kniekehlen, die natürliche Rundung des Babyrückens sowie ein verstellbarer Steg, der von Kniekehle zu Kniekehle reicht und die Anhock-Spreiz-Haltung unterstützt.
Neugeborene sollten laut VKI „idealerweise vor dem Bauch mit Blick zur tragenden Person getragen werden“. Später ist auch das Tragen auf dem Rücken möglich. Vom Tragen mit Blick nach vorne „ist aus ergonomischen Gründen abzuraten“.
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