Diese 3 einfachen Gewohnheiten machen uns stressresistenter
Zusammenfassung
- Regelmäßiges Frühstück, ausreichend Schlaf und tägliche Bewegung erhöhen laut Studie die psychologische Flexibilität und damit die Stressresistenz.
- Psychologische Flexibilität ermöglicht es, Gedanken und Verhalten an neue Situationen anzupassen und so besser mit Stress umzugehen.
- Ungesunde Gewohnheiten wie Fast Food, Schlafmangel und Unregelmäßigkeit mindern die Resilienz, während kleine Alltagsänderungen große Wirkung zeigen können.
Wer bei Druck schnell blockiert oder gedanklich feststeckt, könnte mit drei einfachen Alltagsgewohnheiten gegensteuern.
Eine neue Studie zeigt: Regelmäßiges Frühstück, ausreichend Schlaf und tägliche Bewegung stärken die psychologische Flexibilität – eine Schlüsselkompetenz für bessere Stressbewältigung.
Wenn Stress den Kopf blockiert
„Jeder kennt jemanden, der unter Druck cool bleibt", sagt Lina Begdache, außerordentliche Professorin für Gesundheits- und Wellnessstudien am Decker College of Nursing and Health Sciences der Binghamton University und Hauptautorin der Studie.
„Die Art von Person, die einen Flug verpasst und, anstatt in Panik zu geraten, sich ruhig an die Situation anpasst. Diese Person fühlt sich vielleicht immer noch gestresst, aber sie kann damit besser umgehen – durch psychologische Flexibilität."
Was flexible Menschen von anderen unterscheidet: „Sie können die Art und Weise ändern, wie sie über die Situation denken, und dann Gehirnressourcen nutzen, um mit dem Stress umzugehen", erklärt Begdache.
Psychologische Flexibilität bedeutet konkret: die Fähigkeit, Gedanken, Gefühle und Verhalten an neue Situationen anzupassen, statt gedanklich „stecken zu bleiben".
„Menschen sagen vielleicht, das sind resiliente Menschen, aber sie haben auch das, was man psychologische Flexibilität nennt", so die Forscherin.
Studie mit 400 Studierenden: Klarer Zusammenhang
Begdache und ihre Kollegen führten eine anonyme Umfrage unter etwa 400 College-Studierenden durch. Erfasst wurden Ernährung, Schlafgewohnheiten, Bewegungshäufigkeit und weitere Faktoren.
Das Ergebnis, veröffentlicht im Journal of American College Health: Konsequente gesunde Gewohnheiten wie regelmäßige Bewegung und Frühstücken erhöhen die psychologische Flexibilität, was wiederum die mentale Resilienz stärkt und Individuen hilft, mit Stress umzugehen.
Diese drei Gewohnheiten zählen besonders
1. Frühstücken – mindestens fünfmal pro Woche Wer fünfmal oder öfter pro Woche frühstückt, zeigte im Schnitt mehr Resilienz und größere psychologische Flexibilität.
2. Ausreichend Schlaf – mindestens sechs Stunden Menschen, die weniger als sechs Stunden schlafen, weisen deutlich geringere Werte bei Flexibilität und Resilienz auf. Regelmäßiger, erholsamer Schlaf ist essenziell für die mentale Anpassungsfähigkeit.
3. Bewegung – schon 20 Minuten wirken Bereits 20 Minuten Bewegung oder mehr stehen mit besserer Stressverarbeitung in Zusammenhang. Sport fördert nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Widerstandskraft.
Bonus: Auch die regelmäßige Einnahme von Fischöl wurde in der Studie mit höherer psychologischer Flexibilität verbunden.
- Etablieren Sie eine Frühstücksroutine – auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist
- Priorisieren Sie 7-8 Stunden Schlaf pro Nacht
- Bauen Sie 20-30 Minuten Bewegung täglich ein – ein Spaziergang reicht bereits
Was insbesondere das Frühstück angeht, wundert das die Ernährungsberaterin Elisabeth Koller gar nicht: Sie unterstreicht die Bedeutung regelmäßiger Mahlzeiten aus der Praxis: „Gewohnheiten und Rituale geben uns im Alltag eine gewisse Sicherheit."
Das sei besonders wichtig, weil viele Menschen im Arbeitsalltag unter erhöhtem Stress stehen. „Wenn man dann in der Früh nichts isst, wird der Stressfaktor im Körper noch höher", erklärt die Expertin.
„Unser Körper braucht in der Früh Nahrung", sagt Koller. „Mit dem Frühstück halten wir den Blutzuckerspiegel konstant. Sonst fallen wir schnell wieder in ein Blutzuckertief und der Kortisolspiegel steigt."
Selbst Menschen, die morgens eigentlich nichts essen können, profitieren von einer Kleinigkeit. „Die Energie ist viel höher, wenn man morgens ein bisschen was isst – und sei es nur ein Energy Ball oder etwas Proteinhaltiges."
Ernährungsberaterin Elisabeth Koller: "Selbst Menschen, die morgens eigentlich nichts essen können, profitieren von einer Kleinigkeit zum Frühstück."
Warum psychologische Flexibilität so wichtig ist
Unter Stress fühlen sich viele Menschen, als würden sie mit dem Problem „verschmelzen". Gedanken kreisen, Emotionen übernehmen die Kontrolle. Psychologische Flexibilität wirkt dagegen wie eine mentale Distanzierung: Man erkennt das eigene Gefühl, ordnet es ein und sucht aktiv nach Lösungen.
„Sie können die Art und Weise ändern, wie sie über die Situation denken, und dann Gehirnressourcen nutzen, um mit dem Stress umzugehen", beschreibt Begdache den Mechanismus.
Ungesunde Gewohnheiten zeigen den gegenteiligen Effekt
Die Untersuchung zeigt auch das andere Extrem. Menschen mit geringerer psychologischer Flexibilität berichteten häufiger über:
- Häufigen Fast-Food-Konsum
- Zu wenig Schlaf
- Unregelmäßige Lebensgewohnheiten
Solche Muster gehen mit geringerer Resilienz und schlechterer Stressbewältigung einher.
Gesunde Gewohnheiten wirken über einen Zwischenschritt
Besonders interessant: Ernährung und Bewegung stärken laut Studie nicht direkt die Resilienz. Sie tun es über einen Zwischenschritt – indem sie die psychologische Flexibilität erhöhen.
Mit anderen Worten: Gesunde Gewohnheiten helfen dem Gehirn, flexibler zu reagieren, und genau diese Fähigkeit macht Menschen widerstandsfähiger gegenüber Stress.
Kommentare