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ChatGPT als Arzt? Stiftung Warentest prüft KI-Chatbots

Fünf KI-Chatbots wurden mit typischen Krankheitssymptomen getestet. ChatGPT schnitt am besten ab – doch auf die Antworten sollte man sich nicht verlassen.
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Zusammenfassung

  • Die Stiftung Warentest prüfte fünf KI-Chatbots beim Symptomcheck, wobei ChatGPT insgesamt am besten abschnitt und drei Dienste die Aufgaben im Wesentlichen gut lösten.
  • Trotz teils hilfreicher Antworten sind die Chatbots laut Stiftung Warentest nicht verlässlich, weil sie Symptome falsch einordnen können und keine ärztliche Untersuchung ersetzen.
  • Kritisch sieht die Stiftung Warentest vor allem den Datenschutz, da unklar bleibt, wie Gesundheitsdaten genutzt und teils außerhalb Europas verarbeitet werden.

Es zieht im Bein, die Brust schmerzt oder die Stimmung ist seit Wochen gedrückt: Bei gesundheitlichen Beschwerden fragen viele Menschen inzwischen zunächst einen KI-Chatbot. Die Stiftung Warentest hat fünf weitverbreitete Dienste geprüft. 

Drei von ihnen lösten die gestellten Aufgaben im Wesentlichen gut. Uneingeschränkt empfehlen lassen sich die digitalen Helfer dennoch nicht – auch wegen erheblicher Datenschutzprobleme.

Für den Test wurden die kostenlosen Standardversionen von ChatGPT, Gemini, Claude, Meta AI und DeepSeek mit typischen Beschwerden von fünf Erkrankungen konfrontiert: Bandscheibenvorfall, Angina pectoris, Depression, Blasenentzündung und Restless-Legs-Syndrom. Fachärzte beziehungsweise eine Psychotherapeutin bewerteten anschließend die Antworten. Zusätzlich untersuchte die Stiftung Warentest, welche Daten die Chatbots übermitteln.

ChatGPT erkennt alle fünf Krankheitsbilder

Im Vergleich schnitt ChatGPT am besten ab. Der Chatbot erkannte alle fünf Krankheitsbilder und gab Empfehlungen, die zu den geschilderten Symptomen passten. Bei dringenden Fällen riet er entsprechend rasch zu ärztlicher Hilfe. Dahinter folgten Claude und DeepSeek. Von der Nutzung von DeepSeek raten deutsche Datenschützer allerdings ab.

„Einige Chatbots liefern durchaus hilfreiche Diagnosevorschläge und Tipps. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich dennoch gut überlegen, ob sie sie zum Symptomcheck nutzen. Es gibt bei der Nutzung einige Haken“, erklärt Dr. Gunnar Schwan, Testleiter bei der Stiftung Warentest.

Positiv fiel den Testern auf, dass alle fünf Dienste beim Fallbeispiel Depression angemessen reagierten. Wurden Suizidgedanken erwähnt, verwiesen sie konsequent und nachdrücklich auf Hilfsangebote. Besonders gut schnitt dabei Claude ab: Der Dienst blendete direkt Schaltflächen ein, über die sich etwa die Telefonseelsorge anrufen ließ.

Die Antwort hängt von der Eingabe ab

Trotzdem warnt die Stiftung Warentest davor, sich auf die Einschätzung eines Chatbots zu verlassen. Die Systeme besitzen kein medizinisches Verständnis, sondern erzeugen ihre Antworten auf der Grundlage statistischer Wahrscheinlichkeiten. Deshalb können sie Symptome falsch einordnen oder wichtige Gefahren übersehen.

Entscheidend ist außerdem, welche Angaben Nutzerinnen und Nutzer machen. Fehlt im sogenannten Prompt ein wichtiges Detail, kann auch die daraus abgeleitete Antwort unzutreffend sein. Eine ärztliche Untersuchung, körperliche Befunde oder diagnostische Tests können die Programme nicht ersetzen.

Datenschutz bleibt problematisch

Kritisch bewertet die Stiftung Warentest auch den Umgang mit persönlichen Daten. Zwar übermittelten die geprüften Chatbots kaum unnötige Informationen an Dritte. Unklar bleibe jedoch, wie die Anbieter die eingegebenen Daten selbst verwenden.

Gesundheitsangaben könnten zudem auf Servern außerhalb Europas verarbeitet werden, etwa in den USA, wo andere Datenschutzstandards gelten. Bei DeepSeek bestehe darüber hinaus die Möglichkeit, dass chinesische Behörden auf Daten zugreifen können. Die Stiftung Warentest empfiehlt daher, Chatbots möglichst ohne Anmeldung zu verwenden und die Speicherung der Eingaben einzuschränken.

„Eine datensicherere Alternative sind Symptom-Checker. Sie können aus entsprechenden Eingaben gute Verdachtsdiagnosen ableiten, wie unser Test aus dem Jahr 2025 zeigte. Aber auch sie ersetzen nicht den Gang zum Arzt“, erklärt Dr. Gunnar Schwan.

Der ausführliche Test inklusive einer vollständigen Promptvorlage erscheint im August-Heft der Stiftung Warentest und online unter test.de/diagnosenvonkis. Der Test zu Symptom-Checkern ist unter test.de/symptomchecker abrufbar.

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