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Prostatakrebs: Früherkennungsprogramm nimmt Fahrt auf

Die Österreichische Gesundheitskasse arbeitet an einem strukturierten Screening für Männer ab 50 – ähnlich dem Brustkrebsprogramm. Ein Pilotprojekt läuft bereits, der Abschlussbericht wird im September erwartet.
Blutröhrchen mit PSA test

Prostatakrebs ist in Österreich die häufigste Krebserkrankung bei Männern: 2023 wurden 7.485 Neudiagnosen gestellt. Weltweit erkranken jährlich 1,4 Millionen Menschen. „Wir erwarten bis 2040 eine Verdopplung der globalen Erkrankungszahlen“, sagt Shahrokh Shariat, Leiter der Abteilung für Urologie an der MedUni Wien und des Comprehensive Cancer Center Wien (CCC).

Nun plant die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) laut ORF-Bericht die Einführung eines organisierten Früherkennungsprogramms – eine Forderung, die Urologen seit Jahren erheben. Künftig sollen alle Männer ab 50 Jahren schriftlich zur Untersuchung eingeladen werden, ähnlich wie beim bestehenden Brustkrebsscreening.

PSA-Test statt rektaler Untersuchung

Im Mittelpunkt steht der PSA-Test, der das prostataspezifische Antigen im Blut misst. Bei niedrigen Werten erfolgt der nächste Test erst nach längeren Abständen. Bei deutlich erhöhten Werten folgen eine MRT-Untersuchung und gegebenenfalls eine Entnahme von Gewebeproben. Eine rektale Untersuchung, die oft eine Hemmschwelle darstellt, ist nicht mehr notwendig.

Shariat hatte bereits im Februar 2025 im KURIER-Interview ein organisiertes Screening für Männer zwischen 45 und 70 Jahren gefordert. Eine frühzeitige Erkennung spare hohe Kosten für aufwendige Spätbehandlungen. Zudem würde der Einsatz von PSA-Tests, MRT und Biopsien effizienter gesteuert, wodurch Übertherapie vermieden werden könne.

Abschlussbericht im September

Die Forderungen nehmen nun Form an. Auf Nachfrage des KURIER heißt es, die ÖGK sei seit Beginn des Projekts aktiv eingebunden und gestalte die Entwicklung des „Smart-Screening-Programms“ maßgeblich mit. Der Abschlussbericht der Medizinischen Universität Wien zum Pilotprojekt wird voraussichtlich im September vorliegen und bilde eine wesentliche Grundlage für weitere Entscheidungen.

Derzeit werde noch geprüft, wie die erforderlichen Steuerungsmechanismen organisatorisch und technisch umgesetzt werden können. Ziel sei, die jeweiligen Altersgruppen gezielt einzuladen, Wiedereinladungen bei auffälligen Befunden sicherzustellen und bei unauffälligen Ergebnissen unnötige Untersuchungen zu vermeiden. Auch die Handhabung von PSA-Untersuchungen außerhalb der vorgesehenen Screening-Intervalle müsse noch geklärt werden.

Aufwand, aber Potenzial

Seitens der Gesundheitskasse heißt es, dass die Umsetzung zwar einen erheblichen organisatorischen Aufwand mit sich bringe, gleichzeitig bestehe jedoch das Potenzial, durch eine zielgerichtete und qualitätsgesicherte Vorsorge langfristig die Versorgung zu verbessern und Ressourcen effizienter einzusetzen. Man stehe zudem mit der ELGA GmbH im Austausch, um mögliche Aspekte der künftigen Nutzung der Testergebnisse zu erörtern.

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