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Warum erhöhte Blutzuckerwerte dem Herzen schaden können

Wer seinen Blutzucker in den Normalbereich zurückbringt, könnte sein Herz langfristig schützen, zeigt eine neue Analyse zweier großer Langzeitstudien.
Abstract falling drop of blood with white cubes of sugar. Diabetes symbol type1, 2.

Zusammenfassung

  • Eine neue Analyse großer Langzeitstudien zeigt, dass die Rückkehr von Prädiabetes zu normalen Blutzuckerwerten mit einem deutlich geringeren Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse verbunden ist.
  • Ausgewertet wurden Daten aus zwei Diabetes-Präventionsstudien aus den USA und China mit insgesamt knapp 3000 Teilnehmenden und Nachbeobachtungszeiten von bis zu mehr als 30 Jahren.
  • Als zentraler Ansatz gelten strukturierte Lebensstilprogramme mit Ernährungsumstellung, Bewegung, Gewichtsreduktion und regelmäßiger Beratung.

Der Blutzucker ist erhöht, aber Diabetes ist es noch keiner: Das wird Prädiabetes genannt, für viele Menschen ein Warnzeichen, aber nicht mehr. 

Nun zeigt eine neue Analyse großer Langzeitstudien in "The Lancet Diabetes and Endocrinology", dass es wichtig wäre, darauf zu achten: Denn Menschen, deren Blutzuckerwerte aus dem Prädiabetes-Bereich wieder in den Normalbereich zurückkehrten, hatten über viele Jahre ein deutlich geringeres Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse – vor allem für kardiovaskulären Tod oder eine Krankenhausaufnahme wegen Herzschwäche.

Ziel wäre es, die Blutzuckerwerte wieder zu normalisieren:  In der Studie wurde das streng definiert: Nüchternblutzucker unter 100 mg/dl, ein normaler Wert im Zuckerbelastungstest nach zwei Stunden und ein HbA1c unter 5,7 Prozent.

Bereits frühere Arbeiten zeigen: Wer wieder normale Werte erreicht, verbessert häufig auch die Insulinempfindlichkeit, Fettverteilung und Entzündungsprozesse im Körper. Diese Faktoren spielen aber auch beim Herz-Kreislauf-Risiko eine Rolle.

Zwei Studien, Jahrzehnte an Daten

Für die aktuelle Arbeit wurden Daten aus zwei bekannten Diabetes-Präventionsstudien neu ausgewertet: aus der US-amerikanischen "Diabetes Prevention Program Outcomes Study" und aus der chinesischen "DaQing Diabetes Prevention Outcomes Study". Insgesamt flossen Daten von 2402 Teilnehmenden aus den USA und 540 Teilnehmenden aus China ein. Die Nachbeobachtung reichte über rund 20 beziehungsweise mehr als 30 Jahre.

Das Ergebnis: In der US-Studie erreichten nur 11,5 Prozent nach einem Jahr eine Remission, doch diese Gruppe hatte später deutlich seltener den kombinierten Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod oder Krankenhausaufnahme wegen Herzschwäche. In der chinesischen Studie zeigte sich nach sechs Jahren Intervention ein ähnliches Muster. In der zusammengeführten Analyse lag das Risiko bei Menschen mit Remission ungefähr halb so hoch wie bei jenen, die im Prädiabetes-Bereich blieben.

Die Ergebnisse zeigen, dass es nicht nur darum gehen könnte, den Übergang zu Diabetes zu bremsen, sondern die Stoffwechsellage wieder in den Normalbereich zu bringen.

Das hilft dabei: In den zugrunde liegenden Studien ging es vor allem um strukturierte Lebensstilprogramme: Ernährung, Bewegung, Gewichtsreduktion, regelmäßige Beratung. In der US-Studie zielte die intensive Lebensstilintervention auf mindestens sieben Prozent Gewichtsverlust und mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche ab.

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