Wissen | Gesundheit
11.06.2018

Neuer Sensor schlägt bei Mundgeruch Alarm

Üble Gerüche in der Atemluft merkt man selbst oft nicht. Das Messgerät zeigt sie mit einem Farbwechsel an.

Etwa jeder Zweite leidet an schlechtem Atem. Nicht immer bekommt man das selbst mit, es sei denn jemand anderes macht einen darauf aufmerksam. Ein neues Messgerät soll das ändern: Es warnt den Nutzer, wenn er Mundgeruch hat. Schon bei winzigen Spuren von Schwefelwasserstoff, der hauptsächlich für üble Gerüche verantwortlich ist, wird auf dem Gerät ein Farbwechsel angezeigt.

Das verwendete Material ist Blei(II)-acetat, ein farbloser Kristall, der auch Bleizucker genannt wird, weil er süßlich schmeckt. Dieser Bleizucker verwandelt sich in braungraues, metallisch glänzendes Bleisulfid, wenn es mit Schwefelwasserstoff in Berührung kommt.

Üblicherweise reicht die Menge des übelriechendes Gases aus der Atemluft für diese Reaktion allerdings nicht aus. Die Entwickler des Messgeräts fixierten deshalb Bleizucker auf einem dreidimensionalen Gewebe aus Nanofasern, die vielfach dünner sind als ein menschliches Haar. Die Fläche, auf der die beiden Materialien miteinander reagieren können, wurde damit vergrößert. Die Farbänderung bei Mundgeruch von farblos zu braun ist daher schon mit freiem Auge zu erkennen.

Mundgeruch liegt nicht immer an fehlender Mundhygiene. Er kann auch ein Anzeichen für schwerwiegende Krankheiten sein – etwa für Magenleiden oder die Zahnkrankheit Parodontose. Der Sensor ist derzeit noch in der Testphase und noch nicht erhältlich.