Michael Patrick: Was man über Motoneuronen-Krankheiten weiß

Der Tod von Michael Patrick rückt eine seltene Erkrankungsgruppe ins Licht: Motoneuronen-Krankheiten. Was dahintersteckt.
Motor neuron

Zusammenfassung

  • Der Tod von Michael Patrick lenkt die Aufmerksamkeit auf Motoneuronen-Krankheiten, die das motorische Nervensystem betreffen.
  • Zu den wichtigsten Formen zählen ALS, SMA, PLS, PMA, PBP und HSP, wobei ALS die häufigste ist.
  • Motoneuronen-Krankheiten sind unheilbar und lebensverkürzend.

Der frühe Tod des Schauspielers Michael Patrick (35, „Game of Thrones“) lenkt den Blick auf eine seltene, schwere Erkrankungsgruppe: die Motoneuronen-Krankheiten. Dabei handelt es sich um Erkrankungen des motorischen Nervensystems. 

Betroffen sind jene motorischen Nervenzellen, die Signale vom Gehirn und Rückenmark an die Muskeln weiterleiten und so Bewegungen ermöglichen. Michael Patrick, auch als Michael Campbell bekannt, erhielt seine Diagnose im Februar 2023. 

Wenn diese Nervenzellen geschädigt werden, werden Muskeln mit der Zeit schwächer, steifer und bauen ab. Die Erkrankung kann das Gehen, Sprechen, Essen, Trinken und Atmen beeinträchtigen. Typisch sind fortschreitende Muskelschwäche, Muskelabbau, Muskelzuckungen oder Spastik. Störungen der Sensibilität sind dagegen meist nicht typisch.

Welche Formen gibt es?

Motoneuronerkrankungen sind kein einheitliches Krankheitsbild. Sie unterscheiden sich unter anderem darin, ob das obere Motoneuron im Gehirn, das untere Motoneuron im Rückenmark oder beide betroffen sind.

Zu den wichtigsten Formen zählen:

  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)  
  • Spinale Muskelatrophie (SMA)
  • Primäre Lateralsklerose (PLS)
  • Progressive Muskelatrophie (PMA)  
  • Progressive Bulbärparalyse (PBP)  
  • Hereditäre spastische Paraplegie (HSP) 

ALS als häufigste Form

Die häufigste Motoneuronerkrankung ist die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Hauptsymptome sind hier eine zunehmende Muskelschwäche an Armen und Beinen sowie Probleme beim Sprechen und Schlucken. Die Beschwerden schreiten oft innerhalb weniger Jahre voran. Erst vor Kurzem starb daran der Schauspieler Eric Dane, prominenter Patient war der Physiker Stephen Hawking. 

Für die Erkrankung gibt es derzeit keine Heilung. Motoneuronen-Krankheiten gelten häufig als lebensverkürzend. Behandlungen können aber Symptome lindern und den Verlauf in manchen Fällen verlangsamen. Beim Schauspieler Michael Patrick hieß es ebenfalls, die Krankheit sei unheilbar; die Teilnahme an einer Studie samt Therapie hatte ihm zuletzt aber einzelne Verbesserungen gebracht.

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