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Wie Künstliche Intelligenz die Vorsorge unterstützt

Wie Wearables, Apps und personalisierte KI-Systeme helfen, Risiken früh zu erkennen und Verhaltensänderungen zu unterstützen.
Young woman with smart watch looking at sports infographic hologram at the public park

Noch bevor erste Symptome auftreten, kann KI gesundheitliche Risiken erkennen. Statt erst auf Krankheit zu reagieren, setzt sie früher an: im Alltag der Menschen, über Wearables, Apps und digitale Begleiter. Besonders in der Vorsorge und Prävention eröffnet Künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten, Gesundheit aktiv zu erhalten, und zwar lange vor dem Arztbesuch. Dabei ist es wichtig, zwischen unterschiedlichen Formen von KI zu unterscheiden. „Klassische KI-Modelle werden in der Medizin seit vielen Jahren eingesetzt, etwa in der Früherkennung von Brustkrebs“, sagt Jan Smeddinck vom Ludwig Boltzmann Institute for Digital Health and Prevention. Sie basierten auf klar annotierten Datensätzen und lieferten gut überprüfbare Ergebnisse. Generative KI-Modelle hingegen erzeugen neue Inhalte und wirken stärker und werden aktuell besonder häufig in der Kommunikation eingesetzt. 

„Das eröffnet neue Chancen – wirft aber auch Fragen zu Verlässlichkeit und Zertifizierung auf.“ Wie KI in der Prävention konkret eingesetzt wird, zeigt die Arbeit von Daniela Wurhofer am Ludwig Boltzmann Institut. Dort werden digitale Anwendungen erforscht, die Menschen bei Bewegung, Rehabilitation oder Verhaltensänderung unterstützen. „Es werden Apps eingesetzt, die Trainings- und Aktivitätspläne individuell anpassen, etwa in der Herz-Kreislauf-Rehabilitation“, sagt Wurhofer. KI könne motivierende Nachrichten formulieren oder die Pläne dynamisch anpassen. Akzeptanz sei dabei wichtig. „Viele Patientinnen und Patienten merken gar nicht mehr, ob eine Empfehlung von einem Menschen oder von einer KI stammt“, so Wurhofer. Entscheidend sei, ob die Unterstützung als hilfreich empfunden werde. Personalisierte KI-Hinweise würden sogar teils besser angenommen als Expertenempfehlungen.

Ein wichtiger Treiber der KI-gestützten Prävention sind tragbare Gesundheitstechnologien wie Smartwatches. Sie liefern Daten zu Bewegung, Herzfrequenz, Schlaf. „Hier liegt enormes Potenzial auf einer sehr niederschwelligen Ebene“, sagt Wurhofer. Unregelmäßigkeiten könnten früh erkannt werden. Gleichzeitig komme es auf die Gestaltung der Mensch-Maschine-Interaktion an. „Zu viele Warnungen können kontraproduktiv sein“, warnt Wurhofer. KI müsse auch daraufhin trainiert werden, wann und wie sie Hinweise gibt, angepasst an die Lebenssituation.

Kommunikation statt Kontrolle

Hier sehen die Forschenden eine besondere Stärke moderner KI. „Diese Modelle sind erstaunlich gut darin, situationsbezogen und „feinfühlig“ zu kommunizieren“, sagt Smeddinck. Hinweise könnten sich am Tagesablauf oder aktuellen Belastungen orientieren. „Ein Mensch könnte das auch, aber nicht für Millionen Menschen gleichzeitig.“ Kontrolle sei nicht das Ziel, sondern Bewusstseinsbildung; Prävention bedeute, Menschen zu begleiten, bevor sie zu Patientinnen und Patienten werden. „Wie beim Auto, das zum Service geht, bevor es kaputt ist“, so Smeddinck. Ohne hochsensible Daten funktioniert diese Form der Prävention jedoch nicht. „Sie haben oft Fingerabdruckcharakter und müssen geschützt werden.“

Gleichzeitig steige die Bereitschaft zur Datennutzung, wenn die Vorteile erkennbar seien. Ein Ausweg liege in neuen technischen Ansätzen. „Viele KI-Modelle lassen sich inzwischen lokal betreiben – auf gesicherten Servern oder auf dem Smartphone“, sagt Smeddinck. Präventionsdaten haben schließlich sehr hohes Potenzial für die gesamte Gesellschaft: Sie schaffen Erfahrungswerte, indem sie helfen, Krankheitsverläufe besser zu verstehen und Präventionsstrategien für die Allgemeinheit zu verbessern.

Die größte Herausforderung bleibt jedoch die Balance zwischen Innovation und Regulierung. „Europa hat zu Recht hohe Datenschutz- und Sicherheitsstandards“, sagt Smeddinck. Gleichzeitig müsse Regulierung Prävention ermöglichen. „Gesunde Lebenszeit ist das höchste Gut.“ Die Forschung zeigt: KI in der Prävention funktioniert. Technisch, kommunikativ und oft auch im Alltag. Nun geht es darum, diese Ansätze verantwortungsvoll in die Praxis zu bringen.

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