Kinderkrebs-Nachsorge: Neuer digitaler Pass startet in ELGA

Der Survivorship Passport bündelt alle relevanten Informationen zur Krebstherapie und zur langfristigen Nachsorge und ist in die ELGA integriert.
Eine Hand steckt eine Ecard in das Kartenlesegerät.

Wer eine Krebserkrankung im Kindesalter überlebt, ist oft ein Leben lang mit möglichen Spätfolgen konfrontiert. Welche Therapien wurden durchgeführt? Welche Kontrollen sind Jahre später notwendig? Das St. Anna Kinderspital hat dafür nun eine europaweit einzigartige Lösung gestartet: den digitalen Survivorship Passport. Das Tool bündelt alle relevanten Informationen zur Krebstherapie und zur langfristigen Nachsorge und ist als erstes seiner Art in Europa vollständig in das nationale Gesundheitssystem ELGA integriert.

Gestartet wurde das Projekt mit den ersten zehn Nutzerinnen und Nutzern, langfristig sollen rund 5.000 Kinderkrebs-Überlebende von dem personalisierten Nachsorgeangebot profitieren. Ziel ist es, die medizinische Betreuung auch Jahrzehnte nach der Erkrankung lückenlos sicherzustellen – insbesondere beim Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin. 

Erste Erfahrung: Tool gibt Sicherheit

Wie wichtig das neue Angebot für Betroffene ist, zeigt die Erfahrung eines der ersten Nutzer. Der ehemalige Kinderkrebspatient Julian Dorffner sagt: „Für mich bedeutet der Survivorship Passport, dass ich meine Krankengeschichte nicht jedes Mal neu erklären muss. Alle wichtigen Informationen zu meiner Therapie sind gebündelt verfügbar, egal bei welcher Ärztin oder welchem Arzt ich später einmal bin. Das gibt mir Sicherheit und hilft mir, meine eigene Gesundheit besser im Blick zu behalten.“

Der digitale Pass enthält Details zur individuellen Krebstherapie sowie konkrete Empfehlungen für die langfristige medizinische Nachsorge. „Der Survivorship Passport ermöglicht es allen zukünftigen behandelnden Ärztinnen und Ärzten jederzeit, vergangene Therapien und mögliche Spätfolgen nachzuvollziehen. Für unsere Patientinnen bedeutet das Sicherheit und Kontinuität – besonders beim Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin“, sagt Caroline Hutter, Ärztliche Direktorin des St. Anna Kinderspitals.

International gilt das österreichische Modell bereits als Vorzeigeprojekt. Entstanden ist der Survivorship Passport im Rahmen europäischer Forschungskooperationen, insbesondere des EU-Projekts „PanCareSurPass“. Umgesetzt wurde das Projekt mit Unterstützung des AIT Austrian Institute of Technology. 

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