Vegetarische Ernährung: Geringeres Risiko für bestimmte Krebsarten

Auch bei veganer Ernährung ist das Risiko für bestimmte Krebsarten geringer, wie eine aktuelle Studie zeigt.
Eine Schüssel mit Salat, Gemüse und Linsen.

Eine vegetarische oder vegane Ernährung könnte das Krebsrisiko deutlich senken. Das zeigt eine neue internationale Meta-Analyse, die im European Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde. Demnach ist eine vegetarische Ernährung mit einem geringeren Risiko für Krebserkrankungen insgesamt sowie für mehrere spezifische Krebsarten verbunden, während eine vegane Kost vor allem mit einem niedrigeren Gesamtkrebsrisiko und einem geringeren Brustkrebsrisiko einhergeht.

Für die Analyse wertete ein britisch‑norwegisch‑deutsches Forschungsteam 17 wissenschaftliche Publikationen aus, die auf sieben großen Studien mit gesunden Personen aus Europa und den USA basierten. Insgesamt zeigte sich: Vegetarier hatten im Vergleich zu Nicht‑Vegetariern ein um 13 Prozent geringeres Gesamtkrebsrisiko, bei Veganern lag es sogar um 23 Prozent niedriger.

Auf welche Krebsarten die vegetarische bzw. vegane Ernährung einen Effekt hat

Besonders deutlich waren die Effekte bei Vegetariern für einzelne Krebsarten. So war das Risiko für Darmkrebs um 14 Prozent, für Bauchspeicheldrüsenkrebs um 23 Prozent reduziert. Auch für Melanome, Brustkrebs – einschließlich postmenopausalem Brustkrebs –, Blasenkrebs und das Non‑Hodgkin‑Lymphom ergaben sich statistisch signifikante Vorteile. Für Lungen‑, Eierstock‑ und Prostatakrebs fanden sich zwar Hinweise auf ein niedrigeres Risiko, diese waren jedoch nicht eindeutig.

Bei veganer Ernährung zeigte sich in vier ausgewerteten Studien mit insgesamt rund 118.000 Teilnehmenden ein um 20 Prozent geringeres Brustkrebsrisiko. Ein möglicher Vorteil beim Prostatakrebs war weniger klar ausgeprägt.

Die Ergebnisse weichen in einigen Punkten von früheren Analysen ab, die teils ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten bei veganer oder vegetarischer Ernährung nahegelegt hatten. In der aktuellen Auswertung fand sich etwa kein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs bei Veganern.

In der Diskussion betonen die Autoren die mögliche Bedeutung für die öffentliche Gesundheit. Dagfinn Aune vom Imperial College London schreibt: „Angesichts der im Allgemeinen relativ geringen Prävalenz von Vegetariern und Veganern in vielen Bevölkerungsgruppen könnte das zurechenbare Risiko beträchtlich sein, zum Beispiel etwa 13 Prozent beziehungsweise 23 Prozent für Krebserkrankungen insgesamt, sofern die Ergebnisse der einbezogenen Studien repräsentativ für die Allgemeinbevölkerung sind.“

Zugleich verweisen die Forschenden darauf, dass sich die Ernährungsgewohnheiten der untersuchten Nicht‑Vegetarier bereits relativ günstig von jenen der Allgemeinbevölkerung unterschieden. Die tatsächlichen Effekte einer stärker pflanzenbasierten Ernährung könnten daher sogar noch größer sein.

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