Zwei bis drei Tassen Kaffee täglich verringern Demenzrisiko

Jemand gießt Milch in eine Tasse Kaffee.
Der Effekt konnte in einer aktuellen Studie auch für ein bis zwei Tassen Tee pro Tag gezeigt werden.

Eine große US-Studie zeigt, dass Kaffee und Tee die kognitive Gesundheit im Alter unterstützen können. Analysiert wurden die Daten von 131.821 Teilnehmenden aus der Nurses’ Health Study (NHS) und der Health Professionals Follow‑Up Study (HPFS), zwei Langzeitstudien. Ein moderater Konsum von koffeinhaltigem Kaffee (zwei bis drei Tassen täglich) oder Tee (eine bis zwei Tassen täglich) war mit einem geringeren Demenzrisiko, einem langsameren kognitiven Abbau und einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit verbunden. 

„Unsere Ergebnisse sind zwar ermutigend, aber es ist wichtig zu bedenken, dass der Effekt gering ist und es viele wichtige Möglichkeiten gibt, die kognitiven Funktionen im Alter zu schützen. Unsere Studie legt nahe, dass der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee oder Tee ein Baustein in diesem Puzzle sein kann“, sagt Studienautor Daniel Wang.

Polyphenole und Koffein

Da die Behandlungsmöglichkeiten bei Demenz begrenzt sind, rückt die Prävention zunehmend in den Fokus der Forschung. Kaffee und Tee enthalten bioaktive Substanzen wie Polyphenole und Koffein, die entzündungshemmend wirken und Nervenzellen schützen können. Frühere Studien lieferten hierzu jedoch uneinheitliche Ergebnisse, unter anderem wegen kurzer Beobachtungszeiträume.

Die in dieser Studie untersuchten Langzeitdaten ermöglichen eine differenzierte Analyse. Die Teilnehmer wurden bis zu 43 Jahre lang zu Ernährung, kognitiven Beschwerden und objektiver geistiger Leistungsfähigkeit untersucht. Insgesamt entwickelten 11.033 Studienteilnehmer eine Demenz.

Personen mit hohem Konsum von koffeinhaltigem Kaffee hatten ein um 18 Prozent geringeres Demenzrisiko als Menschen mit geringem oder keinem Konsum. Zudem berichteten sie seltener über subjektive kognitive Beeinträchtigungen (7,8 gegenüber 9,5 Prozent) und erzielten in einigen Tests bessere Ergebnisse. Ähnliche Effekte zeigten sich bei Tee, nicht jedoch bei entkoffeiniertem Kaffee – ein Hinweis darauf, dass Koffein eine entscheidende Rolle spielen könnte.

Keine negativen Effekte bei höherer Koffeinzufuhr

Die größten Vorteile traten bei zwei bis drei Tassen Kaffee oder ein bis zwei Tassen Tee pro Tag auf. Auch eine höhere Koffeinzufuhr war nicht mit negativen Effekten verbunden. 

Untersucht wurden auch Menschen mit unterschiedlicher genetischer Veranlagung zur Entwicklung einer Demenz. Auch hier zeigte sich ein vorteilhafter Effekt – das heißt, Kaffee oder Koffein ist wahrscheinlich gleichermaßen vorteilhaft für Menschen mit hohem und niedrigem genetischen Risiko, an Demenz zu erkranken.

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