Fast Food erhöht Sterberisiko nach überstandener Krebs-Erkrankung
Unter hochverarbeitete Lebensmittel fällt einerseits Fast Food, aber auch hochverarbeitete Brotsorten, Süßspeisen und viele Frühstückszerealien.
Ungesunde Ernährung könnte bei Überlebenden einer Krebserkrankung das Sterberisiko stark steigen lassen. Darauf weist eine einer neuen Studie hin, die in der Zeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention veröffentlicht wurde.
Hochverarbeitete Lebensmittel wie künstlich oder mit Zucker gesüßte Getränke, Fast Food, Spirituosen, verarbeitetes Fleisch oder salzige Snacks gelten als ungesund. Sie enthalten oft wenige Nährstoffe wie Vitamine, Mineralien oder Ballaststoffe. Der Anteil an zugesetztem Zucker, künstlichen Aromen, Konservierungsstoffen, Emulgatoren oder ungesunden Fetten ist jedoch hoch. Diese kann der Körper aber nur schwer verarbeiten, erklärt Marialaura Bonaccia von der Forschungseinheit für Epidemiologie und Prävention am IRCCS Neuromed in Pozzilli, Italien.
Bonaccia und ein Forscherteam begleiteten im Rahmen ihrer Studie über 17 Jahre von 2005 bis 2022 24.325 Personen über 34. Darunter waren 802 Personen, die eine Krebserkrankung hinter sich haben. Das Forscherteam analysierte die Ernährung und Entzündungs-, Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Biomarker anhand von Proben und Daten der Studienteilnehmer.
Fast Food stört Stoffwechsel und fördert Entzündungen
"Die Ernährung nach einer Krebsdiagnose kann die Überlebenschancen beeinflussen, doch die meisten Studien in dieser Patientengruppe konzentrierten sich bisher nur auf die Nährstoffe, nicht aber auf den Verarbeitungsgrad der Lebensmittel“, so Bonaccio. „Die bei der industriellen Lebensmittelverarbeitung verwendeten Substanzen können Stoffwechselprozesse stören, die Darmflora beeinträchtigen und Entzündungen fördern." Die Wissenschaftler fanden heraus, dass hochverarbeitete Lebensmittel, selbst wenn sie auf dem Papier ähnliche Nährstoffe und Kalorien enthalten wie "natürliche" Lebensmittel, schädlicher für den Körper sind.
Sterberate um bis zu 57 Prozent höher
Innerhalb von fast 15 Jahren verstarben 281 der untersuchten Personen. Die Sterberate bei jenem Drittel, das die meisten hochverarbeiteten Lebensmittel konsumierte, war um 48 Prozent höher, unabhängig von der Todesursache. Todesfälle in Zusammenhang mit Krebs waren sogar um 57 Prozent höher als bei jenem Drittel der untersuchten Personen, das die wenigsten hochverarbeiteten Lebensmittel konsumierte.
Kommentare