Hautkrebs-Gefahr: Welche Jobs ein erhöhtes Risiko haben
Bestimmte Berufe haben ein erhöhtes Hautkrebsrisiko.
Mit den ersten warmen Tagen steigt im Frühjahr auch die Intensität der UV‑Strahlung und damit das Risiko für Hautkrebs. Besonders gefährdet sind Menschen, die beruflich viel im Freien arbeiten. Eine aktuelle Studie des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg zeigt nun deutlich: Beschäftigte in sogenannten Outdoor‑Berufen erkranken signifikant häufiger an schwarzem Hautkrebs (Melanom), vor allem im Gesichtsbereich.
Untersucht wurden 406 Patientinnen und Patienten mit Melanom. Das Ergebnis ist eindeutig: Bei Personen, die regelmäßig im Freien arbeiten, traten Melanome im Gesicht mehr als doppelt so häufig auf wie bei Menschen mit überwiegend indoor ausgeübten Tätigkeiten. Zudem zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen Dauer der beruflichen Sonnenexposition und Erkrankungsrisiko. Betroffene mit Gesichtsmelanomen hatten im Durchschnitt doppelt so lange unter freiem Himmel gearbeitet wie jene mit Tumoren an anderen Körperstellen.
UV-Belastung in Freizeit hatte keinen messbaren Einfluss
Auffällig ist dabei, dass die UV‑Belastung in der Freizeit in dieser Untersuchung keinen messbaren Einfluss auf das Risiko für Gesichtsmelanome hatte. Ausschlaggebend ist vielmehr die kontinuierliche, berufsbedingte Sonnenexposition, etwa in der Bauwirtschaft, in der Land‑ und Forstwirtschaft oder im Gartenbau.
Besonders alarmierend: Das Risikobewusstsein unter den Betroffenen ist gering. Mehr als die Hälfte der Befragten wusste vor der Diagnose nicht, dass UV‑Strahlung Hautkrebs auslösen kann. Entsprechend niedrig ist auch der Schutz im Arbeitsalltag. Nur fünf Prozent der im Freien arbeitenden Personen gaben an, regelmäßig Sonnenschutz zu verwenden. Mehr als die Hälfte nutzt ihn selten oder gar nicht.
„Bei Menschen, die täglich im Freien arbeiten, wird die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene maximale UV‑Dosis regelmäßig um das Fünffache überschritten“, sagt Susanne Dugas‑Breit, Dermatologin am Universitätsklinikum Heidelberg und Erstautorin der Studie. „So stark werden Grenzwerte für keinen anderen krebserregenden Einfluss im Berufsleben überschritten. Umso wichtiger ist es, gezielte Prävention umzusetzen.“
Mehr Arbeitsschutz gefordert
Allein in Deutschland arbeiten rund zwölf Prozent der Beschäftigten überwiegend im Freien. Ihre jährliche UV‑Belastung liegt deutlich über jener von Personen mit Büro‑ oder Innentätigkeiten. Fachleute sehen daher dringenden Handlungsbedarf und fordern spezifische Aufklärungs‑ und Präventionsprogramme für besonders exponierte Berufsgruppen.
Empfohlen werden unter anderem technische Maßnahmen wie das Beschatten von Arbeitsplätzen, etwa durch Sonnensegel, sowie persönlicher Schutz: Kopfbedeckungen mit breiter Krempe, langärmelige Kleidung und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor. Ziel ist es, das Risiko für Hautkrebs langfristig zu senken – und die Gefahren der Sonne auch im Berufsalltag ernster zu nehmen.
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