Neue US-Studie: Gürtelrose-Impfung zeigt Anti-Aging-Effekt

Eine Person erhält eine Injektion in den Oberarm, während sie ein weißes T-Shirt trägt.
Schutz vor Hautausschlag und Schmerzen – und womöglich vor dem Altern selbst? Eine Studie liefert Hinweise auf verblüffende Effekte der Gürtelrose-Impfung.

Die Impfung gegen Gürtelrose beugt nicht nur der durch Hautausschlag, Schmerzen, Fieber und Erschöpfungszustände gekennzeichneten Krankheit vor, sondern könnte laut einer US-Studie auch zu einer Verlangsamung des biologischen Alterungsprozesses bei älteren Erwachsenen beitragen.

Anhand von Daten aus der "U.S. Health and Retirement Study" – eine Langzeitstudie, die seit 1992 durchgeführt wird und unter anderem die Gesundheit, das Altern und den Ruhestand älterer Menschen in den USA verfolgt – untersuchte eine Forschungsgruppe der University of Southern California in Los Angeles, wie sich die Impfung auf verschiedene Aspekte des biologischen Alterns bei mehr als 3.800 Studienteilnehmenden auswirkte. Sie waren allesamt 70 Jahre oder älter.

Gürtelrose-Geimpfte zeigen im Schnitt langsameres biologisches Altern

Selbst unter Berücksichtigung anderer soziodemografischer und gesundheitlicher Variablen zeigten diejenigen, die die Gürtelrose-Impfung erhalten hatten, im Durchschnitt ein langsameres biologisches Altern als nicht geimpfte Personen.

Im Gegensatz zu chronologischen Alterungsprozessen bezieht sich das biologische Altern darauf, wie sich der Körper im Laufe der Zeit verändert, einschließlich der Funktionsfähigkeit von Organen und Systemen. Das bedeutet: Zwei Menschen, die beide 65 Jahre alt sind, können innerlich sehr unterschiedlich aussehen. Der eine hat möglicherweise das biologische Profil eines jüngeren Menschen, während der andere bereits Anzeichen des Alterns aufweist.

In der neuen Studie wurden sieben Aspekte des biologischen Alterns gemessen, unter anderem Entzündungen, die angeborene Immunität (die allgemeine Abwehr des Körpers gegen Infektionen) sowie die adaptive Immunität (Reaktionen auf bestimmte Krankheitserreger nach Exposition oder Impfung), neurodegenerative Parameter und die epigenetische Alterung. Sogenannte epigenetische Uhren ermöglichen es, auf Basis von molekularbiologischen Veränderungen an der DNA unserer Körperzellen, das biologische Alter einer Person zu messen. 

Aus den verschiedenen Werten ermittelten die Fachleute auch einen kombinierten biologischen Alterungswert. Im Durchschnitt wiesen geimpfte Personen deutlich niedrigere Entzündungswerte und eine langsamere epigenetische Alterung sowie niedrigere kombinierte biologische Alterungswerte auf.

Reduzierte Hintergrundentzündungen senken Krankheitsrisiko

Chronische Entzündungen sind ein bekannter Risikofaktor für viele altersbedingte Erkrankungen, darunter Herzerkrankungen, Gebrechlichkeit und kognitiven Abbau. Dieses Phänomen wird auch als "Inflammaging" (zusammengesetzt aus "inflammation" und "aging", Entzündung und Altern) bezeichnet.

Indem der Impfstoff dazu beitrage, derartige Hintergrundentzündungen zu reduzieren – möglicherweise durch Verhinderung der Reaktivierung des Virus, das Gürtelrose verursacht –, könne er eine Rolle bei der Förderung eines gesünderen Alterns spielen, heißt es. 

"Auch wenn die genauen biologischen Mechanismen noch nicht vollständig verstanden sind, macht das Potenzial der Impfung zur Verringerung von Entzündungen sie zu einer vielversprechenden Ergänzung umfassenderer Strategien, die darauf abzielen, den altersbedingten Abbau zu verlangsamen", resümiert Erstautorin und Gerontologin Jung Ki Kim von der University of Southern California.

Die Studie ergänze Erkenntnisse, dass die Impfstoffe "durch die Veränderung biologischer Systeme über die Infektionsprävention hinaus eine Rolle bei der Förderung eines gesunden Alterns spielen könnten", ist sie überzeugt.

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