Grippe-Impfung ohne Nadel: Was der Nasenspray-Impfstoff kann
Ein Nasenspray statt vieler Impfungen? Forschende aus Stanford berichten von einem neuartigen Impfstoff, der Mäuse gleichzeitig vor Viren, Bakterien und Allergenen schützt.
Ein Grippe-Impfstoff als Nasenspray kann offenbar mehr als bisher angenommen. Der Impfstoff, der bereits für Kinder und Jugendliche verfügbar ist, löst nicht nur bei ihnen eine gute Schutzwirkung aus.
Eine neue Studie unter Beteiligung des Wiener Virologen Florian Krammer zeigt: Auch bei Erwachsenen entsteht nach der Impfung eine deutliche Immunantwort in Nase und Rachen – also genau dort, wo Influenzaviren in den Körper gelangen.
Der Vorteil eines solchen Impfstoffs liegt auf der Hand: Während klassische Grippeimpfungen vor allem eine Immunantwort im Blut auslösen, setzt der Nasenspray direkt an der Eintrittspforte der Viren an.
In den oberen Atemwegen fanden die Forschenden nach der Nasenspray-Impfung grippespezifische Gedächtnis-B-Zellen – also Immunzellen, die bei erneutem Kontakt mit dem Virus rasch reagieren können. Diese lokale Immunantwort war noch sechs Monate nach der Impfung nachweisbar. Das berichtet das Team um Florian Krammer von der Medizinischen Universität Wien und Shane Crotty von der University of California San Diego in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“.
In Österreich für Kinder verfügbar
Der Impfstoff enthält abgeschwächte Grippeviren. Diese können sich laut Krammer nur in der vergleichsweise kühlen Nase vermehren, nicht aber bei der höheren Temperatur in der Lunge. Deshalb können sie keine Erkrankung auslösen. „Der Impfstoff ist für Kinder auch in Österreich verfügbar“, sagte Krammer der APA. „Meiner Meinung nach ist er auch sehr gut.“
In Europa wird der Nasenspray-Impfstoff unter dem Namen Fluenz von AstraZeneca angeboten. Zugelassen ist er für Kinder und Jugendliche von zwei bis 18 Jahren. Bei Erwachsenen war bisher im Blut nur eine geringe Immunantwort messbar. Die neue Studie legt nun nahe, dass das nicht die ganze Geschichte ist: Entscheidend könnte die Abwehr in Nase und Rachen sein – also dort, wo eine Grippeinfektion meist beginnt.
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