Hunger beim Fasten: Diese mentalen Tricks helfen
Entspannung hilft auf psychosomatischer Ebene.
Fasten ist ein Marathon und kein Sprint. Da kann es schon einmal sein, dass man einen Durchhänger hat und die Motivation im Keller ist. Dann kommt es auf die richtige Einstellung an.
Um beim Fasten durchzuhalten, spielt mentale Haltung eine entscheidende Rolle, erklärt Psychotherapeut Christian Beer, Gründer des Zentrums für mentale Gesundheit "Wiener Couch". Er empfiehlt, sich selbst und den Prozess nicht zu überidealisieren: "Wer etwa erwartet, dass sich Fasten sofort wie ein Spaziergang anfühlt, wird schnell enttäuscht."
Stattdessen rät er zu einer realistischeren Haltung. Man soll sich klarmachen, dass es Phasen gibt, in denen das Fasten anstrengend ist, diese jedoch vorübergehend sind und sich bewältigen lassen.
Selbst-Sabotage meiden
Der Psychotherapeut warnt davor, negative Gefühle in die Zukunft zu projizieren. „Gedanken wie ,Das halte ich nie durch‘ verstärken Stress und untergraben die eigene Motivation.“ Hilfreicher sei auch hier die realistische Einschätzung: „Es wird schwierig sein, aber ich schaffe das.“
Hunger spüren, aber nicht nachgeben
Eine zentrale mentale Technik betrifft laut Beer den Umgang mit dem Hungergefühl. „Hunger kann man als ein Gefühl verstehen, das Informationen liefert – aber keine unmittelbare Handlungsanweisung ist.“ Statt automatisch zu essen, sobald man hungrig ist, empfiehlt er, den Hunger bewusst wahrzunehmen und innerlich zu adressieren.
Dabei verweist er auf die hilfreiche Perspektive eines inneren Beobachters: Ich nehme wahr, dass Hunger da ist, aber ich bin nicht dieses Gefühl. Ich beachte es, versuche, es nicht abzuspalten oder zu verdrängen, sondern antworte im Rahmen meines Fastenprozesses angemessen darauf.
Die richtigen Lebensmittel griffbereit
Wer sich vorher schlau macht, wie genau gefastet wird und wie lange es dauert, wird während der Fastenzeit mit weniger Ängsten konfrontiert. Wer weiß, was zu essen oder trinken erlaubt ist, braucht sich etwa keine Sorgen zu machen, seinem Körper zu schaden. Es sei auch sinnvoll, Speisen, Getränke und Snacks, die erlaubt sind, bereits zu Hause zu haben.
Lebensmittel hingegen, die man meiden sollte, sollte man bewusst aus der Küche verbannen. Dadurch kommt man erst gar nicht in Versuchung, beim Falschen zuzugreifen.
Als weitere Unterstützung des Fastenprozesses schlägt der Psychotherapeut leichte körperliche Aktivität vor. Dazu zählen laut Beer etwa Spaziergänge oder moderater Sport, die sich als hilfreich erweisen können.
Wie Duschen beim Fasten hilft
Auch die psychosomatische Ebene sollte man nicht außer Acht lassen, sondern pflegen. Hier wird Entspannung großgeschrieben. Man kann sich beispielsweise unter die Dusche stellen oder sich eine Massage gönnen.
Diese Maßnahmen helfen, den Körper zu stabilisieren und den Verzicht als bewussten und gut begleiteten Prozess zu erleben.
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