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Corona-Antikörperstudie: 4,7 Prozent bis Oktober infiziert

Der Anteil behördlich unentdeckter Fälle dürfte hoch sein, der Westen ist stärker betroffen.

12/11/2020, 10:45 AM

Rund 349.000 Personen oder 4,7 Prozent der Bevölkerung haben österreichweit bis Mitte bzw. Ende Oktober eine Covid-19-Infektion durchgemacht. Das ist das Ergebnis der von Statistik Austria und dem Bildungsministerium am Freitag präsentierten ersten bundesweiten Antikörperstudie. 61 Prozent der positiv auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 getesteten Personen waren zuvor nicht als Corona-Fälle registriert. Die sogenannte Seroprävalenz ist im Westen höher als im Osten.

Zwischen dem 12. bis 14. November wurde im Rahmen der vom Bildungsministerium in Auftrag gegebenen, von Statistik Austria in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und der Medizinischen Universität Wien durchgeführten repräsentativen "Covid-19 Prävalenzstudie" 2.229 Personen über 16 Jahren Blut abgenommen. Gegen eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus schützende, neutralisierende Antikörper wurden in insgesamt 92 Proben festgestellt. Da man davon ausgeht, dass es zur Bildung einer derartigen Immunantwort um die drei Wochen dauert, spiegelt dieser Wert also den Stand um Mitte bzw. Ende Oktober wieder.

Ost-West-Gefälle

Daraus lasse sich in der Hochrechnung schließen, dass seit Pandemiebeginn in etwa 349.000 Menschen in österreichischen Privathaushalten die Erkrankung durchgemacht haben. Die statistische Schwankungsbreite, die die Studie zulässt, liegt zwischen 282.000 und 420.000 betroffenen Personen über dem Alter von 16 Jahren. Unter den im Rahmen der Untersuchung positiv auf Antikörper getesteten Personen waren 61 Prozent vorher nicht im Epidemiologischen Meldesystems (EMS) registriert gewesen. 26 dieser 57 Studienteilnehmer berichteten über nur ein oder gar kein Covid-19-Symptom, der Großteil ging auch davon aus, nicht oder nur sehr unwahrscheinlich infiziert gewesen zu sei.

In der Antikörperstudie, die im Zuge der Prävalenzstudie zur Abschätzung der aktuell Infizierten durchgeführt wurde (Dunkelzifferstudie), ergab sich auch ein West-Ost-Gefälle bei den bereits durchgemachten Infektionen. So lag die Seroprävalenz in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich mit 5,7 Prozent über dem für Wien, Niederösterreich und das Burgenland errechneten Wert von 3,8 Prozent.

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