Cannabiskonsum erhöht Risiken bei Operationen

Cannabiskonsum erhöht Risiken bei Operationen
Welche Komplikationen auftreten können und woran man eine Abhängigkeit erkennt.

Eine aktuelle Studie der University of Texas zeigt, dass der Konsum von Cannabis die Risiken bei geplanten Operationen erhöhen kann. Untersucht wurden die Daten von mehr als 12.000 Patienten, die in den Jahren 2016 bis 2019 operiert wurden. Insgesamt elf Eingriffe, die nicht das Herz-Kreislauf-System betreffen, wurden analysiert – sie reichen von der Kniegelenksoperation über die Reparatur von Leistenbrüchen bis hin zu Dickdarm- und Wirbelsäulenoperationen.
 

Etwa die Hälfte der Patienten wies eine Cannabisabhängigkeit auf. Etwa jeder dritte, der Cannabis raucht, entwickelt eine Abhängigkeit. Sie besteht dann, wenn bei einer Person nach dem Aufhören etwa folgendes auftritt:

  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • Reizbarkeit
  • Unruhe
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlafprobleme

Von einer Sucht spricht man zudem dann, wenn die Person nicht mit dem Cannabiskonsum aufhören kann, obwohl das tägliche Leben beeinträchtigt wird.

Mehr Komplikationen

In der aktuellen Studie zeigte sich, dass jene Patienten mit Cannabisabhängigkeit im Vergleich zu jenen, die nicht abhängig davon waren, eine höhere Wahrscheinlichkeit für Komplikationen bei Operationen hatten. Zu möglichen Komplikationen zählten zum Beispiel Blutgerinnsel, Schlaganfall, Nierenprobleme bis hin zum Tod.

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Das Risiko für während der Operation auftretende Komplikationen war um rund acht Prozent höher. Sie hatten zudem längere Krankenhausaufenthalte sowie höhere Kosten. "Angesichts der steigenden Cannabiskonsumraten unterstützen unsere Ergebnisse ein präoperatives Screening auf Cannabiskonsumstörungen", schreiben die Autoren. Die Studie ist im Fachjournal Jama Surgery erschienen.

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