Blind mit 50: Jeder Fünfte hat erhöhtes Risiko
Rauchen erhöht bei Menschen ab 50 Jahren das Risiko für Augenerkrankungen.
Etwa jeder Fünfte in Österreich raucht. Damit gehen zahlreiche Gesundheitsrisiken einher. Weniger bekannt ist allerdings, dass sich Rauchen auch auf die Augen auswirken kann. Rund 20 Prozent aller neuen Erblindungen ab dem 50. Lebensjahr gehen auf Tabakkonsum zurück. Darauf macht die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) aufmerksam. Rauchen zähle damit zu den größten vermeidbaren Risiken für die Augengesundheit.
Laut Studien erhöht Rauchen das Risiko für schwere Augenerkrankungen wie altersabhängige chronische Netzhauterkrankung (Makuladegeneration, AMD), Grünen Star und Gefäßverschlüsse teils um das Zwei- bis Vierfache. Auch Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft rauchen, entwickeln demnach häufiger Augenfehlbildungen und Sehstörungen.
„Während aber die Risiken für Herz und Lunge bekannt sind, wird der Einfluss des Rauchens auf das Sehvermögen in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich unterschätzt“, sagte die DOG-Expertin Teresa Barth von der Universitäts-Augenklinik Regensburg.
Rauchstopp verzögert Fortschreiten der Erkrankung
Besonders gravierend seien die Auswirkungen bei der altersabhängigen Makuladegeneration: Rauchen verdoppelt bis verdreifacht das AMD-Erkrankungsrisiko, erste Krankheitsanzeichen treten bis zu zehn Jahre früher auf und das Risiko für den Übergang in die aggressive neovaskuläre Form (nAMD) ist mehr als vierfach erhöht.
„Einer der wenigen Faktoren, die man bei der altersabhängigen Makuladegeneration im Gegensatz zur Genetik neben der Ernährung selbst beeinflussen kann, ist das Rauchen“, betonte Barth. Ein Rauchstopp lohne sich auch im höheren Alter. „Abstinenz verzögert nachweislich das Fortschreiten der Erkrankung und die Entwicklung in höhergradige Stadien.“
Darüber hinaus erhöhe Rauchen laut DOG das Risiko für Glaukom und Sicca-Syndrom und schädige die Augen von Kindern im Haushalt sowie von Ungeborenen. „Wir empfehlen daher, bereits bei Kinderwunsch konsequent auf Tabak- und Nikotinprodukte zu verzichten“, so Barth.
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