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Sieben Seen für kranke Kinder: Jetzt kann jeder mitschwimmen

Bernhard Hengl hat eine Krebserkrankung überstanden. Mit den „Alpine Seven“ schwimmt er nun für Kinder mit Neurofibromatose. Jetzt kann jeder mitmachen.
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Ausgerechnet am Gipfel eines Trail-Marathons begriff Bernhard Hengl, dass er am falschen Ort nach sich selbst gesucht hat. Er war gelaufen, weil er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte. Und weil er nach seiner Krebserkrankung (Morbus Hodgkin), nach Chemotherapie, Bestrahlung und dem Ende seiner Wasserballkarriere wissen wollte, wer er nun eigentlich wirklich ist. „An diesem Punkt realisierte ich: Ich bin kein Läufer, lass den Blödsinn“, erzählt er. Sein Element war nie der Berg, sondern das Wasser.

Dieser Moment liegt Jahre zurück, seither will der ehemalige Wasserball-Nationalteamkapitän mit seinem Projekt „The Alpine Seven“ sieben große Alpenseen der Länge nach durchschwimmen – mehr als 330 Kilometer insgesamt. Doch um den sportlichen Selbstzweck geht es ihm nicht: Er möchte damit Neurofibromatose, eine seltene genetische Tumorerkrankung, aus der Tabuzone holen und Spenden für den Verein NF Kinder sammeln. Jetzt können alle etwas beitragen.

Große Mit-Schwimm-Aktion

Am 22. August 2026 können Menschen überall auf der Welt seine Mission unterstützen: Beim ersten „The Alpine Seven – Community Swim“ haben die Teilnehmenden 24 Stunden Zeit, eine selbst gewählte Strecke zurückzulegen – im Schwimmbad, im See oder im Meer. Es gibt weder eine vorgegebene Route noch eine Mindestdistanz: Jeder Meter zählt.

Die Anmeldung erfolgt online, der Startbeitrag beträgt mindestens 15 Euro und geht zu 100 Prozent an NF Kinder. Nach der Registrierung erhalten die Teilnehmenden Zugang zu einem persönlichen Dashboard. Dort tragen sie ihre geschwommene Distanz selbst ein; eine Rangliste zeigt die Ergebnisse von Einzelpersonen und Vereinen. Es gilt das Fair-Play-Prinzip – bei außergewöhnlich langen Strecken sollte vorsichtshalber ein Foto des Trackers aufbewahrt werden.

Wie alles begann

Alles begann mit einer Krankheit. 2016 bereitete er sich auf sein Comeback in der österreichischen Wasserball-Nationalmannschaft vor, doch dann kam die Diagnose Krebs „von einem Tag auf den anderen“. Statt des Comebacks folgten viele Therapien. Noch heute erinnert sich Hengl nicht an den Gedanken, sterben zu können, sondern an sein Ziel: „Ich wollte meinen zehnten Wasserball-Bundesliga-Titel gewinnen, das war mein Treiber.“

Auf der Suche

2017 gewann er tatsächlich den Titel, danach beendete er seine Wasserballkarriere. Es schien alles zu passen: Beruf, Familie, Erfolg. „Aber innen drinnen hat etwas gefehlt.“ Sieben Jahre lang suchte er nach einer neuen Identität.

Irgendwann machte es Klick: Aus der Idee, den Bodensee zu durchschwimmen, wurde „The Alpine Seven“: sieben große Alpenseen, die er der Länge nach schwimmend durchqueren wollte. Attersee, Bodensee und Wörthersee hat er bereits geschafft. Um den Selbstzweck geht es dabei nicht, sondern um Bewusstsein.

Sein Motto lautet: „Krankheit ist kein Tabu!“: „Ich möchte zeigen, dass man selbst nach schweren Lebensphasen über sich hinauswachsen kann“, sagt er. Sein wichtigster Satz: „Such dir ein Warum.“

Beinahe gescheitert

Aber was braucht es mental, um so große Seen zu durchqueren? Hengl nennt es Sturheit. Beim Bodensee war sie fast zu Ende, nach zweieinhalb Stunden bekam er eine Panikattacke. „Da waren die Dunkelheit, die Kälte und zu viele Gedanken.“ Sein Team reagierte schnell. 

Seine Frau und die Schwester schickten ihm eine Sprachnachricht; sie sangen ein Lied, das er sich einst in langen Wasserball-Trainings im Kopf vorgesungen hatte: „I’m a big, big girl.“ Hengl lacht: „Peinlich, aber wahr.“ Dann fiel der Schalter. „Kaum hörte ich das, wusste ich: Die letzten 56 Kilometer schwimme ich durch.“ 

Die Nacht im See war „das Meditativste“, was er je erlebt hat. Seine Kinder finden das übrigens erstaunlich normal: „Papa schwimmt halt.“  Sein größer Wunsch: Sichtbarkeit für jene, für die er schwimmt. Sein Spendenziel für die NF Kinder: insgesamt 100.000 Euro.

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