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Wissen Gesundheit
03/15/2021

Astra Zeneca verteidigt Impfstoff: Kein erhöhtes Risiko

Nicht alle Mitgliedsländer der Europäischen Union folgen den Angaben des Unternehmens.

Astra Zeneca hat seinen Covid-19-Impfstoff nach Berichten über Nebenwirkungen verteidigt. Man sehe kein erhöhtes Risiko von Blutgerinnseln in Zusammenhang mit dem Vakzin. Eine Analyse aller Sicherheitsdaten von mehr als 17 Millionen Menschen, die in der EU und in Großbritannien mit dem Mittel geimpft wurden, habe keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko einer Lungenembolie, einer tiefen Venenthrombose oder einen Rückgang der Blutplättchen ergeben, so Astrazeneca in einer Stellungnahme.

Nach Berichten über Komplikationen durch Blutgerinnsel nach der Impfung haben die Niederlande, Irland, Dänemark, Norwegen und Island den Einsatz des Impfstoffs vorübergehend ausgesetzt. Italien und Österreich stoppten die Verwendung von bestimmten Chargen.

"Vorsichtsmaßnahme"

Die Niederlande sprachen am Sonntag von einer "Vorsichtsmaßnahme". "Wir können keine Zweifel an dem Impfstoff zulassen", sagte Gesundheitsminister Hugo de Jonge. Es habe keine Vorfälle in den Niederlanden gegeben und es gebe auch keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Impfung und Berichten über mögliche schwere Nebenwirkungen aus Dänemark und Norwegen. "Wir müssen sicherstellen, dass alles in Ordnung ist, deshalb ist es ratsam, vorerst eine Pause einzulegen."

In Österreich war eine 49-jährige Krankenschwester des Landesklinikums Zwettl in Folge schwerer Gerinnungsstörungen gestorben, eine 35-jährige Kollegin entwickelte eine Lungenembolie, befand sich zuletzt jedoch auf dem Weg der Besserung. Bei diesen beiden Fällen in Niederösterreich hatten die betroffenen Frauen zuvor Impfungen aus derselben Charge des Astra Zeneca-Impfstoffes erhalten.

In Italien warnten Experten unterdessen nach dem zwischenzeitlichen Stopp für Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Astra Zeneca in Teilen des Landes vor übereilten Rückschlüssen auf die Sicherheit des Produkts. Die Impfstoffe seien sicher, sagte der Präsident der italienischen Arzneimittel-Agentur Aifa, Giorgio Palù, im Interview mit der Zeitung "La Repubblica" (Montagsausgabe). Mit mehr Impfungen würden auch mehr unerwünschte Nebenwirkungen registriert.

Ein Sprecher des deutschen Gesundheitsministeriums erklärte indes, Deutschland werde den Astra Zeneca-Impfstoff weiter einsetzen. Man nehme die Meldungen ernst und prüfe beständig die Datenlage. Derzeit bleibe es aber bei der Linie der Bundesregierung, den Impfstoff weiter zu verwenden.

Auch Großbritannien nutzt den Corona-Impfstoff von Astrazeneca weiter. "Wir prüfen die Berichte genau, aber angesichts der großen Anzahl verabreichter Dosen und der Häufigkeit, mit der Blutgerinnsel auf natürliche Weise auftreten können, deuten die verfügbaren Beweise nicht darauf hin, dass der Impfstoff die Ursache ist", sagte Phil Bryan von der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) einer Mitteilung zufolge.

15 bzw. 22 Fälle

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte in der vergangenen Woche erklärt, es geben keine Hinweise darauf, dass die Fälle von Blutgerinnseln durch die Impfung mit Astrazeneca verursacht wurden - eine Einschätzung, der sich auch die Weltgesundheitsorganisation WHO und das deutsche Paul-Ehrlich-Institut anschlossen.

Astra Zeneca erklärte, bisher seien 15 Fälle einer tiefen Venenthrombose und 22 Fälle einer Lungenembolie gemeldet worden, was vergleichbar mit anderen zugelassenen Covid-19-Impfstoffen sei.

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