Der PCR-Test ist eine Methode, die das genetische Material des Virus nachweist und sehr aufwendig ist.

© EPA/DJORDJE SAVIC

Wissen Gesundheit
04/16/2020

Antikörper-Tests: Noch zu früh für flächendeckenden Einsatz

Die ersten zertifizierten Antikörper-Tests sollen Ende April zum Einsatz kommen. Manche halten das für zu früh.

von Barbara Mader

Gewissheit erlangen, ob man am Corona-Virus erkrankt ist: Auch private Labors bieten nun Tests an. Unterscheiden muss man zwischen PCR (=Polymerase-Ketten-Reaktion) aus Nasopharyngealabstrich oder Rachenspülflüssigkeit und einer Antikörpertestung aus dem Blut. Letztere ist derzeit meist ein Schnelltest und noch wenig aussagekräftig, sie wird in Apotheken, bei manchen Hausärzten oder online angeboten.

Die ersten ersten zertifizierten Antikörpertest-Tests sollen laut Gesundheitsministerium bereits Ende April zum Einsatz kommen. Laut Experten sind diese derzeit allerdings noch nicht ausgereift und daher ungenau. „Wir sind mit der flächendeckenden AK-Testung viel zu früh dran. Ich werde ab Anfang Mai AK-Testungen anbieten, weil der Druck so groß ist. Sie werden rund 30 Euro kosten, das Ergebnis soll innerhalb von 12 Stunden da sein“, erklärt Gabriele Greiner, Fachärztin bei „Ihr Labor“, im KURIER-Gespräch. „Ich habe von einer Forschungsfirma die ersten zertifizierten Antikörper-Tests bekommen, sie anhand von 400 Patienten-Proben analysiert und festgestellt, dass die Durchseuchung aufgrund der geringen Infektionsrate noch sehr gering ist und dass, nach erfolgter Infektion, Antikörper nach ungefähr vier Wochen auftreten. Aus heutiger Sicht: Um sicherzugehen, empfehle ich den PCR-Test.“

Aufwendig

Der PCR-Test ist eine Methode, die das genetische Material des Virus nachweist und aufwendig ist. Sie wurde deshalb zuerst hauptsächlich in Krankenhäusern angeboten. Da die Kapazität nicht ausreichte, haben sich drei niedergelassene Labors bereit erklärt, die öffentliche Hand in der Diagnostik zu unterstützen: ein Labor in Salzburg sowie „Ihr Labor“ und labors.at in Wien. Die Befunde werden innerhalb von 24 Stunden geliefert, positive Befunde müssen an das EMS (das Epidemiologische Meldesystem) gemeldet werden. PCR ist keine Kassenleistung und muss privat bezahlt werden – zwischen 105 und 120 Euro. Und, sagt die Ärztin: "Der PCR-Test nur eine Momentaufnahme. Das heißt, wenn Sie eine Person, die mit einer positivgetesteten Person in Kontakt war, negativ testen, heißt das nur, dass das Virus im Moment (noch) nicht nachweisbar ist. Sie müssen die Person wiederholt testen um sichergehen zu können, dass diese nicht angesteckt wurde."

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