Wie Eichhörnchen mit ihrem Gehirn den Wald schützen
„Eichhörnchen sind kleine Nager mit großem Gedächtnis“: So beschreibt der Naturschutzbund die tagaktiven Nagetiere aus der Familie der Hörnchen, zu denen auch Ziesel und Murmeltiere gehören.
Eichhörnchen halten Winterruhe in ihrem – mit Moos, Federn und Blättern ausgepolsterten – Nest, auch Kobel genannt. „Als winterruhende Tierchen fahren sie ihre Stoffwechselaktivitäten nicht ganz so stark herunter wie echte Winterschläfer, wie etwa das Murmeltier oder der Igel“, heißt es beim Naturschutzbund.
„Sie wachen schneller und häufiger auf, wenn sie beispielsweise durstig oder hungrig sind.“ Diese Aktivitätsphasen sind meist nur wenige Stunden lang, bevor sie sich wieder zur Ruhe begeben. Eichhörnchen sind auch im Winter öfter zu sehen, da sie im Herbst Nahrungsdepots anlegen, die sie dann im Winter bei Bedarf plündern.
Eichhörnchen verfügen über bis zu 10.000 Depots, die sie Herbst für Herbst anlegen, um dort Samen und Nüsse zu verstecken. Um diese Orte auch wiederzufinden, vergrößern Eichhörnchen innerhalb kurzer Zeit ihre Gehirnmasse um bis zu 15 Prozent. Hauptsächlich wächst dabei der Hippocampus an, der für das räumliche Vorstellungsvermögen zuständig ist. Das gesamte Gehirn der Tiere ist nur etwa so groß wie eine Walnuss.
Erhalt der Wälder
Dank ihres erstaunlichen Gehirnwachstums finden Eichhörnchen einen großen Teil ihrer Verstecke. Dass sie aber einige vergessen bzw. gar nicht benötigen, hat einen positiven Nebeneffekt für die Umwelt, wird beim Naturschutzbund betont: „Die dort deponierten Samen und Nüsse keinem im nächsten Jahr aus. So tragen Eichhörnchen – ähnlich wie Eichel- und Tannenhäher – zum Erhalt unserer natürlichen Wälder bei.“
Eichhörnchen sind in nahezu ganz Europa verbreitet und leben hauptsächlich in Wäldern mit altem Baumbestand, in Parks und auch in naturnahen Gärten. Allerdings macht der Verlust alter Bäume den Tieren zu schaffen: Denn viele Bäumen produzieren erst ab einem gewissen Alter eine hohe Anzahl an Samen: Waldkiefern etwa erst nach circa zehn Jahren, Fichten sogar teils erst nach 50 Jahren.
Bedroht sind die heimischen Eichhörnchen laut Naturschutzbund auch durch die Konkurrenz mit invasiven Arten, wie den aus Nordamerika stammenden Grauhörnchen.
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