Wissen
20.08.2018

Dramatischer Anstieg: Zehntausende Europäer an Masern erkrankt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von "ausgedehnten Ausbrüchen". Ukraine am stärksten betroffen. 62 Fälle in Österreich.

Die Zahl der Masernerkrankungen ist in der europäischen Region immens gestiegen. Wie die Weltgesundheitsorganisation ( WHO) am Montag in Kopenhagen mitteilte, haben sich im ersten Halbjahr 2018 mehr 41 000 Kinder und Erwachsene mit Masern infiziert. Mindestens 37 Todesfälle seien erfasst worden. Im gesamten Jahr 2017 waren in der WHO-Region Europa 23 927 Menschen erkrankt, 2016 waren es 5273.

„Nach der niedrigsten Zahl der Fälle im Jahr 2016 erleben wir einen dramatischen Anstieg von Infektionen und ausgedehnten Ausbrüchen“, sagte Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa. Sie forderte die 53 Mitgliedstaaten der WHO-Region auf, umfassende Maßnahmen zu ergreifen, um die weitere Ausbreitung der Krankheit zu stoppen. „Gute Gesundheit für alle beginnt mit der Impfung.“

Welche Länder am stärksten betroffen sind

Mehr als die Hälfte der Masernerkrankungen in diesem Jahr seien in der Ukraine aufgetreten (23 000), weil dort im Zuge der Konflikte Routinen für Impfung und Überwachung unterbrochen wurden. Aber auch in Frankreich, Georgien, Griechenland, Italien, Russland und Serbien habe es mehr als 1000 Ansteckungen gegeben, heißt es in dem Bericht.
In Deutschland erkrankten nach Informationen des Robert Koch-Instituts im ersten Halbjahr 387 Menschen an Masern - deutlich weniger als im Vergleichszeitraum 2017 (knapp 800).

Das Masernvirus ist sehr ansteckend und verbreitet sich leicht. Um Ausbrüche zu vermeiden, müssten 95 Prozent der Bevölkerung in allen Alters- und sozialen Gruppen geschützt sein, so die WHO.

62 Fälle in Österreich

In Österreich waren im ersten Halbjahr 2018 nach Angaben der WHO 62 Masern-Fälle gemeldet worden. Im ganzen Jahr 2017 waren 95 Masern-Erkrankungen registriert worden.