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VW im Rückspiegel: Aufstieg und Fall einer Autolegende

Der angeschlagene Weltkonzern prägte die Autogeschichte und das deutsche Wirtschaftswunder maßgeblich mit. Jetzt muss er sich neu erfinden, um nicht überrollt zu werden.
The VW logo sits on a Volkswagen car in Wolfsburg

 Absatzkrise, Werkschließungen, 100.000 Arbeitsplätze weniger, radikale Neuausrichtung: Die Legende des deutschen Automobilbaus ist schwer ins Schleudern geraten und sucht einen Ausweg aus der wohl tiefsten Krise seiner Nachkriegsgeschichte. Wie konnte es mit dem deutschen Wirtschaftswunder auf vier Rädern so weit kommen? 

Ein Blick zurück zeigt: Volkswagen hat schon viele Krisen überstanden – von der NS-Vergangenheit über den Fast-Bankrott in den 1970ern bis zum Milliardendebakel und Imageverlust nach dem Dieselskandal. Doch diesmal könnte es anders sein. Denn in der aktuellen Krise  geht es nicht nur um Management-Fehler  oder konjunkturelle Einbrüche.   Die deutsche Autoikone kann ihre bisher so erfolgreiche, „fossile“ Vergangenheit nicht länger fortschreiben und muss sich für die Zukunft neu erfinden, um nicht gänzlich  an die Wand zu fahren. 

Erfahren Sie im folgenden Artikel samt großer, übersichtlichter Infografik,

  • wie die Geschichte von Volkswagen begann 
  • wie das Unternehmen zum Weltkonzern aufstieg 
  • wie es nach dem Dieselskandal bergab ging und
  • was dem Unternehmen jetzt bevorsteht

Es begann elektrisch

Das Elektroauto muss jedenfalls nicht neu erfunden werden. Denn die Historie von VW beginnt elektrisch. Schon 1898 konstruierte ein gewissen Ferdinand Porsche den Egger-Lohner-C.2 Phaeton, der von einem Elektromotor angetrieben wurde. Immerhin 25 km/h schnell war der Star der Pariser Weltausstellung 1900. Der Lohner-Porsche war jedoch mit zwei Tonnen viel zu schwer und seine geringe Reichweite frustrierte die Autofreaks rasch.

Ein schwarzes Auto der Marke Tatra steht im Freien.

Der Käfer 1935

Die Autogeschichte entwickelte sich daher in eine andere Richtung und war wie heute geprägt von weltpolitischen Ereignissen. Ein erschwingliches Alltagsauto, von den Nazis als „Volksauto“ gefordert, gelang mit dem VW Käfer, der sich perfekt für die Massenfertigung eignete. Für manch Autohistoriker gilt der Ingenieur Josef Ganz als Erfinder des Käfers. Ganz wurde jedoch als Jude verfolgt und flüchtete in die Schweiz. 

Ein Schiff wird mit VW Käfern beladen.

Fertigung Kaefer 1978

Zwei klassische VW Käfer, einer grün und einer schwarz, stehen auf einem hellen Fliesenboden.

Eine Reihe von Autos, darunter VW Käfer, fährt vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

Volkswagen Kaefer

Ein schwarzes VW Käfer Cabriolet vor einem neutralen Hintergrund.

Forschung Produkte Kaefer Cabrio 1938

Käfer Cabrio 1938

Der Volkswagen als Symbol des Wirtschaftswunders

Der „Kugel-Porsche“ wurde nach dem Krieg rasch zum Symbol des deutschen Wirtschaftswunders, das dank einer starken Autoindustrie für Vollbeschäftigung sorgte.

Mit immer neuen Modellen, Übernahmen und Expansionen stieg VW neben Toyota zum größten Autobauer der Welt auf. Heute gehören zehn Automarken zum Konzern. Es werden weltweit rund 662.000 Menschen beschäftigt, 284.000 davon in Deutschland.

In einer Fabrik stehen mehrere rote VW Käfer in verschiedenen Produktionsstadien.

Käferproduktion 1973

Vertrauensverlust und Abstieg

Der Niedergang des Autoriesen lässt sich nicht trennen vom schmutzigsten Kapitel in der Geschichte des Unternehmens und in der Geschichte der deutschen Autoindustrie überhaupt – dem Dieselskandal, der im September 2015 in den USA aufflog. VW baute in seine Fahrzeuge eine Abschalteinrichtung – später „Schummelsoftware“ genannt – ein, mit der Abgastests ausgetrickst werden konnten. Am Prüfstand war das Auto dann weniger schmutzig als auf der Straße.

Weltweit waren davon mehr als 10 Millionen Autos betroffen, allein in Deutschland 2,5 Millionen. Volkswagen kamen die Manipulationen teuer zu stehen. Die Kosten für jahrelange Rechtsstreitigkeiten und Entschädigungen beliefen sich bis Ende 2021 bereits auf mehr als 32 Milliarden Euro. Noch schlimmer: Das Vertrauen in die Marke war schwer erschüttert – vor allem in den so wichtigen Auslandsmärkten. Und bei vielen Konsumenten bis heute. Nach dem Skandal führten viele Städte Dieselfahrverbote ein, und der Ausstieg aus den Verbrenner-Motoren beschleunigte sich, der Vormarsch der Elektroautos nahm Fahrt auf.

Stand-Stinker belasten die Umwelt und nerven die Umgebung.

Der Dieselskandal kostete VW zig Milliarden

In den vergangenen  Jahren wurde VW von der E-Autowelle aus und  in China regelrecht überrollt.  Zu teuer, zu langsam: Preiskampf, Innovationsdruck und De-Globalisierung   lasten auf allen Marken und stellen das bisherige Geschäftsmodell infrage.  Der Volkswagen muss jetzt  richtig abbiegen. 

VW Historie
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